Nach einem Jahr Zwangspause: Sylts U18 startet in Kiel

Basketball: Auftakt am 27. September

Ein Jahr lang gab es auf Sylt keinen Jugendbasketball im Spielbetrieb. Der Jahrgang war schlicht nicht groß genug, um eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu stellen, der TSV Westerland konnte die U18 nicht melden. Am Sonntag, 27. September, kehrt das Team zurück: Um 14 Uhr geht es in der Bezirksliga zum Auftakt zu den Kieler Förde Baskets.

Der Kader besteht praktisch komplett aus Nachrückern der U16. Das ist der einzige Weg, überhaupt wieder anzutreten – und zugleich das Risiko der Saison. Ein bis zwei Jahre Altersunterschied sind in dieser Altersklasse körperlich viel, und niemand im Verein möchte, dass die junge Mannschaft am Ende zum Punktelieferanten der Liga wird. Trainiert wird schon seit Längerem, doch Wettkampfpraxis ist Mangelware; einige Spieler haben sich immerhin in Niebüll Spielzeit geholt. Verantwortlich ist Trainer Kemal Yildiz.
Eine Prognose gibt es nicht, und das aus gutem Grund: Die Gegner sind völlig unbekannt. Nach dem ersten Spieltag wird man mehr wissen. Dazu kommt ein Aufwand, den man in der Bezirksliga sonst nicht kennt. Reisen muss die Sylter U18 wie ein Landesligist: Autozug von Westerland nach Niebüll, dann quer durch Schleswig-Holstein. Für einen Anwurf um 14 Uhr in Kiel heißt das früh aufstehen und gut drei Stunden Anfahrt – pro Richtung. Ein Auswärtsspieltag kostet Spieler, Trainer und Eltern den kompletten Sonntag.
Wie sehr das fehlende Team zuletzt geschmerzt hat, zeigt der Weg von Kim Dänner. Weil auf Sylt keine Mannschaft am Start war, wechselte er im vergangenen Jahr nach Rendsburg – und macht dort einen bemerkenswerten Sprung: Mit 15 Jahren spielt er bereits in der Oberliga bei den Herren und parallel in der JBBL, der höchsten deutschen Nachwuchsliga. Zudem wurde er für die Landesauswahl im 3×3 nominiert. Ein Verlust für den TSV, aber auch ein Beleg dafür, welches Potenzial in der Sylter Jugendarbeit steckt. (Text + Foto: Alex Lenz/SYLT1)