Lesung »Stumme Zeit«

Silke von Bremen in der Akademie
am Meer am 10. September

Der beeindruckende Debütroman »Stumme Zeit« von Silke von Bremen ist jetzt als Taschenbuch bei Goldmann erhältlich. Anlässlich der Neuauflage des Romans, von dem Dora Heldt sagt: »Die ganz andere Seite von Sylt, einer Insel, von der viele glauben, sie zu kennen«, liest die Autorin am 10. September um 20 Uhr in der Akademie am Meer.

Silke von Bremen (Foto: Hans Jessel)

Moderiert wird die kostenlose Veranstaltung von der langjährigen Journalistin des Südwestrundfunks Antja Nutbohm.
»Stumme Zeit« steht in der Linie der »neuen Heimatliteratur«, die kritisch fragt: Wem gehört Erinnerung und wer darf erzählen? Heimat ist mehr als nur Idylle. Silke von Bremen nutzt diesen Begriff nicht nostalgisch, hier wird mit analytischer Kompetenz erzählt. Heimat erscheint als ein widersprüchlicher Ort – auf der einen Seite die Schönheit der Landschaft, das vertraute Dorf, in dem aber die Enge der sozialen Strukturen, das kollektive Gedächtnis der Dorfgemeinschaft machtvoll wirkt. Und ganz »nebenbei« handelt der Roman auch von einer Inselgemeinschaft, die in den 1970er-Jahren davon gezeichnet ist, zwischen Tourismusboom und unaufgearbeiteter NS-Vergangenheit lavieren zu müssen. Das Schweigen über das, was geschehen ist, ist ein zentrales Thema, das kraftvoll und emotional erzählt wird. Die Verdrängung von Familiengeheimnissen, von denen der Leser durch die Protagonisten Helma und Rudi erfährt, zieht sich als roter Faden durch.