Die 4a der Norddörferschule erlebte Küstenschutz einmal ganz praktisch. (Foto: Deppe/Stiftung Küstenschutz Sylt)
Norddörferschüler setzen Sandfangzäune am Westerländer Strand
Die 20 Kinder, die vergangene Woche in Westerland den Strandübergang beim Sylt-Stadion überquerten, unternahmen einen besonderen Ausflug: Die Schüler der Norddörferschule in Wenningstedt haben sich tatkräftig für den Küstenschutz eingesetzt. Direkt vor den Dünen gruben die Mädchen und Jungen Sandfangzäune ein. Jeden Tag rückt eine andere Klasse an, letzten Dienstag waren es die Kinder der 4a. Einen Tag davor hat die Parallelklasse 74 Meter Zaun gesetzt. Da wollte man sich natürlich nicht lumpen lassen.
Vier Institutionen sind an dem praxisnahen Projekt beteiligt: Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), die Stiftung Küstenschutz Sylt, die Norddörferschule und die Sylter Verkehrsbetriebe. Gemeinsames Ziel: Den Nachwuchs für den Küstenschutz sensibilisieren. Und das ganz unmittelbar: »Unsere Schule bevorzugt nach Möglichkeit praxisnahen Unterricht. Das wirkt sich bei der Vor- und Nachbereitung theoretischer Lerninhalte nicht nur ergänzend, sondern nachhaltig in der Kompetenzerweiterung aus. ›Lernen durch Erleben‹ lautet unsere Bezeichnung dafür«, betont Schulleiterin Bianca Rehage. Und so arbeitet die Schule schon seit geraumer Zeit gerne mit Institutionen wie der Naturschutzgemeinschaft Sylt oder dem Erlebniszentrum Naturgewalten zusammen.
Carsten Lohs vom LKN und Johannes Oelerich, Vorsitzender der Stiftung Küstenschutz Sylt, nahmen die 20 Mädchen und Jungen sowie Schulleiterin Bianca Rehage und Erzieher Finn-Lasse Bunn herzlich in Empfang. Und dann ging es auch schon munter los: Carsten Lohs hat zuvor vom nahen LKN-Lagerplatz etliche Bündel Faschinen angefahren. Nun mussten die Äste und Zweige, die vornehmlich von Weiden stammen, eingesetzt werden. Dafür zogen die Kinder zunächst etwa 30 Zentimeter tiefe Gräben. Dort wurden die Faschinen halb hineingelegt, aufgerichtet und mit Sand festgeklopft. Einen Meter ragen die Äste und Zweige empor, die fortan dem Auffangen von Flugsand dienen. In wechselnden Quer- und Diagonalreihen geordnet, schützen sie die Vordünen vor Abtrag bei Sturmfluten.
Viele Schulklassen hat Carsten Lohs bereits angeleitet und freut sich immer wieder über den Elan der Kinder. Auch die 4a war mit Eifer dabei. »Das ist cool«, fand Leo (10), zumal er »gerne draußen« ist. Und er wusste gleich, was zu tun ist: »Ich habe den Arbeitern am Strand schon mal zugeguckt.« Auch der neunjährigen Ina gefiel die Aktion »richtig gut«. Am meisten Spaß machte ihr das Aufrichten der Faschinen. Und sie freute sich auch sehr auf das gemeinsame Frühstück im Anschluss. »Es ist schön zu sehen, wie Kinder durch solche Aktionen den Wert und Schutz ihrer Umwelt erkennen«, lobt Johannes Oelerich.
Die Stiftung Küstenschutz Sylt wie auch die Sylter Verkehrsbetriebe sorgen im Übrigen dafür, dass den Schulen durch solche Aktionen keine Kosten entstehen. Und während der Nachwuchs noch emsig grub, überlegten die Erwachsenen bereits, wie der Sinn und Ablauf von Sandvorspülungen den Kindern nähergebracht werden könnte.


