Ausstellung mit Werken von Erich Heckel
Eine von der Zivilisation weitgehend unberührte Natur fand Erich Heckel (1883-1970) auf Sylt vor. Und so hielt er sich von 1921 bis 1965 regelmäßig hier auf, bevorzugt in Kampen. »Die Nordsee ist unerhört und für mich sehr wohltuend«, schrieb er 1923 von der Insel an Bekannte. Zeugnis davon legen seine hinreissenden Strand-, Dünen-, und Wolkenlandschaften ab, die in einer fein kuratierten Werkauswahl im Felix Jud Cottage in Keitum bis zum 31. Oktober präsentiert werden.
Erich Heckel, Wattlandschaft auf Sylt, 1949
Erich Heckel, ein Hauptvertreter des deutschen Expressionismus und Gründungsmitglied der Künstlergruppe Brücke, widmete sich auf der Nordseeinsel insbesondere der Aquarellmalerei. Das zentrale Bild der Ausstellung, Wattlandschaft, aquarellierte er mit einem transparenten Farbauftrag und erarbeitete hingebungsvoll mit dem Pinsel eine hügelige Ebene, eine weite Wasserfläche und einen lichtdurchfluteten Himmel mit plastischen Wolkenformationen. Neben der Malerei experimentierte Heckel zudem immer wieder mit verschiedenen Drucktechniken, dem Holzschnitt, der Lithografie und der Radierung. Die Blätter druckte er im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern selbst. Seine Handabzüge in geringer Stückzahl haben Unikat-Charakter.
Thematisch ist deutlich erkennbar, dass Heckel eine Vorliebe für Landschaftsräume hegte, in denen die Kräfte und Mächte der Natur spürbar werden. Er reagierte mit dynamischer Expressivität auf die Naturbeobachtung von Sylt, ließ durch flächige Hell-Dunkel-Kontraste mit gebrochenen Konturlinien eine rhythmische Szenerie entstehen, zu sehen im ausgestellten Holzschnitt »Knabe am Strand« von 1933.
Die Ausstellung wird ergänzt von Originalzeichnungen und Aquarellen von Max Liebermann und Emil Nolde. Ebenso finden Besucher passende Literatur zum deutschen Expressionismus.


