Die 29-fache Weltmeisterin GOAT Sarah Quita Offringa/©Finn Anjes Edling
Super Grand Slam des Windsurfens
Vom 25. September bis 4. Oktober trifft sich die Weltelite des Windsurfens am Brandenburger Strand in Westerland. Mit Philip Köster, Lina Erpenstein und Lennart Neubauer führen gleich drei Deutsche die Weltranglisten an – beim Windsurf World Cup kämpfen sie vor heimischem Publikum um Siege und WM-Titel.
Westerland. Die Weltelite des Windsurfens ist wieder zu Gast auf Sylt – und die deutschen Hoffnungen sind so groß wie selten zuvor. Vom 25. September bis 4. Oktober trifft sich die internationale Windsurf-Szene beim Citroën Windsurf World Cup am Brandenburger Strand. Mit Philip Köster, Lina Erpenstein und Lennart Neubauer reisen gleich drei deutsche Athleten als aktuelle Führende ihrer Weltranglisten auf die Insel. Für Neubauer geht es dabei sogar um den Weltmeistertitel.
Der Windsurf World Cup Sylt gilt als Super Grand Slam des Sports. Als einzige Veranstaltung im Kalender vereint er die drei Disziplinen Wave, Freestyle und Slalom an einem Ort. Entsprechend hochkarätig ist das Starterfeld. Für die Athletinnen und Athleten geht es in Westerland um wichtige Punkte im Kampf um die Weltmeistertitel. Im Freestyle fällt traditionell die finale Entscheidung um die WM-Krone.

Die traditionelle Eröffnungszeremonie. (Fotos: Finn Anjes Edling)
Köster mit Titelambitionen
In der Wave-Disziplin gehört Philip Köster zu den großen Namen. Der 32-Jährige führt gemeinsam mit dem Spanier Marc Paré mit jeweils 22.400 Punkten die aktuelle Weltrangliste an. Der gebürtige Las-Palmas-Athlet kann bereits auf fünf Weltmeistertitel zurückblicken. Im vergangenen Jahr musste er sich auf Sylt allerdings Paré geschlagen geben. Nun nimmt Köster erneut Anlauf auf den Sieg vor Westerland.

Philip Köster
Auch Lina Erpenstein kommt als Spitzenreiterin nach Sylt
Die 29-Jährige führt nach einer starken Saison das World Wave Ranking der Frauen an. Zuletzt belegte sie auf Teneriffa den zweiten Platz. Im vergangenen Jahr wurde die Vize-Weltmeisterin von 2024 ebenfalls Zweite auf Sylt.
»Am Brandenburger Strand weiß man nie, was einen erwartet. Meistens ist es mit Shorebreak, starkem Wind und Schauern sehr anspruchsvoll und ereignisreich«, sagt Erpenstein mit Blick auf den bevorstehenden Wettbewerb.
Mit Maria Behrens aus Lübeck liegt zudem eine weitere Deutsche auf Rang zwei der aktuellen Weltrangliste. Nach ihrem zweiten Platz auf Maui trennen sie nur wenige Punkte von Erpenstein. Beide haben damit gute Ausgangspositionen für den Wettbewerb auf Sylt. Zu den stärksten Konkurrentinnen zählt Sarah-Quita Offringa aus Aruba, die in diesem Jahr bereits den Freestyle-Weltmeistertitel der Frauen gewonnen hat und inzwischen 28-fache Weltmeisterin ist.
Lina Erpenstein
Neubauer kämpft um die Freestyle-Krone
Im Freestyle der Männer geht es nicht nur um den traditionsreichen Titel auf Sylt, hier fällt auch die finale Entscheidung um den Weltmeistertitel 2026. Hier ist Lennart Neubauer der deutsche Trumpf: Der 22-Jährige, in Bremen geboren und auf Naxos in Griechenland aufgewachsen, gewann 2025 den Wettbewerb auf Sylt und triumphierte im Juli 2026 erneut beim PWA Grand Slam auf Fuerteventura. Neubauer führt damit das aktuelle Freestyle-Rennen an und reist als einer der Topfavoriten nach Westerland, während Weltmeister Yentel Caers (BEL) sowie Jacopo Testa (ITA), Balz Müller (SUI) und Takumi Moriya (JAP) zu seinen härtesten Konkurrenten zählen. Für Neubauer geht es zugleich um Wiedergutmachung: Nach seinem WM-Titel 2024 wurde er 2025 Vizeweltmeister, während Caers sich den Titel holte – Sylt ist nun die Bühne für die Revanche. Die Kombination aus aktueller Form, Sylt-Sieg im Vorjahr und seiner spektakulären Weiterentwicklung macht den Bremer zu einem starken Kandidaten auf einen Weltmeistertitel vor heimischem Publikum.

Lennart Neubauer (Foto: John Carter PWA World Tour)
Prien will im Slalom angreifen
Im Slalom sind die internationalen Kräfteverhältnisse besonders ausgeglichen. Matteo Iachino aus Italien, Pierre Mortefon aus Frankreich, Maciek Rutkowski aus Polen und Amado Vrieswijk aus den Niederlanden gehören zu den führenden Fahrern.
Die deutschen Hoffnungen ruhen vor allem auf Nico Prien. Der 31-Jährige aus Schönberg bei Kiel liegt derzeit auf Platz fünf der Weltrangliste und kennt den World Cup auf Sylt aus zahlreichen Starts. 2024 belegte er Rang acht in der PWA-Slalom-Gesamtwertung. Auch in diesem Jahr will Prien im Kampf um die vorderen Plätze ein Wörtchen mitreden.
»Die sportliche Qualität und die internationale Bedeutung des Events machen Sylt auch in diesem Jahr zu einem wichtigen Treffpunkt der Windsurfszene«, sagt Peter Douven, Geschäftsführer der Insel Sylt Tourismus-Service GmbH. Gleichzeitig biete der World Cup den Zuschauern am Brandenburger Strand »Windsurfen auf höchstem Niveau«.

Maria Behrens
Sport, Shopping und Partys
Doch nicht nur auf dem Wasser wird in den zehn Tagen einiges geboten. Auf der mehr als 500 Meter langen Promenade entsteht erneut das World Cup Village mit Beach-Shopping, Pop-up-Stores, Gastronomie und zahlreichen Aktionen. Hinzu kommen Yoga-Sessions, Panel-Talks, Autogrammstunden und Probefahrten des Titelpartners Citroën.
Auch Nachhaltigkeit ist Teil des Programms. Im LEBENSWERT-Zelt des Netzwerks »LEBENSWERT – Nachhaltiges Sylt« präsentieren verschiedene Partner ihre Projekte und laden Besucher zu einem interaktiven Programm ein.
Am Abend verwandelt sich der Brandenburger Strand schließlich in eine Partymeile. Vom 25. September bis zum 3. Oktober stehen an neun Abenden DJ-Musik und Partystimmung im World Cup Partyzelt auf dem Programm. Ein besonderes Highlight ist am 2. Oktober die Veranstaltung »Surf & Sound2. Erstmals wird das Partyprogramm um Live-Musik erweitert. Die Cover- und Partyband EVERSO soll mit bekannten Klassikern und treibenden Beats für Stimmung sorgen. Tickets sind noch erhältlich.
Die Eröffnungszeremonie findet am Freitag, 25. September, um 16 Uhr in der Musikmuschel statt. Die Wettkämpfe beginnen täglich um 10 Uhr, die Partys im Eventzelt jeweils um 18 Uhr. Am Sonntag, 4. Oktober, endet der World Cup mit der großen Siegerehrung auf der Eventbühne.


