JULE PLATE FINE ART zeigt Isyah Asher

Zwischen Fragment und Komposition

List. Mit seinen Arbeiten untersucht Isyah Asher die Grenzen zwischen Malerei und Objekt. Seine Werke entstehen aus einem intensiven Dialog mit der Leinwand, deren Oberfläche nicht nur Bildträger, sondern Teil des künstlerischen Prozesses wird. Die Galerie JULE PLATE FINE ART zeigt seine Arbeiten und gibt Einblick in eine Position, die sich durch eine kraftvolle Verbindung von Geste, Material und experimenteller Bildentwicklung auszeichnet.

Künstler Isyah Asher (Foto: Finn Popp)

Autodidaktisch ausgebildet, entwickelte er früh einen eigenständigen Stil, der Elemente moderner Pop-Art mit expressionistischer Abstraktion verbindet. Seine neuesten Arbeiten entstehen durch das bewusste Zerschneiden bestehender Leinwände. Der Akt der Fragmentierung ist dabei kein destruktiver Impuls, sondern der Ausgangspunkt einer neuen Komposition – ein Prozess, in dem Auflösung und Neuordnung untrennbar miteinander verbunden sind.
Er arbeitet mit Acryl, Ölpastell und Spray. Großformatige Pinsel erzeugen eine direkte, körperliche Geste, die traditionelle Techniken mit experimentellen Ansätzen verbindet. Die Oberfläche seiner Werke trägt die Energie dieses Prozesses – sichtbar und spürbar. Die sichtbare Naht dient als zentrales Kompositions- und Gestaltungselement. Sie verbindet klare Strukturen mit neuen Spannungsfeldern, lenkt den Blick und macht den Entstehungsprozess des Werkes sichtbar. Darüber hinaus erhebt die Naht die Leinwand zum Objekt und verleiht dem Bild eine skulpturale Qualität, die über die reine Fläche hinausgeht. In diesem Spannungsfeld zwischen Chaos und Kontrolle entstehen Arbeiten, die gleichzeitig roh und präzise erscheinen. Auch seine Kompositionen in Schwarz-Weiß bewegen sich in diesem Bereich, konzentrieren sich jedoch auf die Dynamik vor dem Schneide- und Nähprozess. Hier steht die ursprüngliche Bewegung der malerischen Geste im Mittelpunkt.