Bedeutendes Werk der Sylter Kunstgeschichte braucht Unterstützung

Gemeinsam für den Erhalt: Alexander Römer, Michael Stitz und Shandor Hayde werben für die Restaurierung dieses besonderen Kunstwerks. (Foto: Sölring Museen)

Tina Blau-Lang »Badestrand auf Sylt«

Die Geschichte der Insel Sylt ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch Teil der internationalen Kunstgeschichte. In dieser Zeit entdeckten viele Künstler die Freiluft-Malerei und suchten Orte, an denen das besondere Zusammenspiel von Licht, Farben und Landschaft sichtbar wurde. Sylt mit seinem kraftvollen Meer, dem weiten Horizont und seinem vielschichtigen Licht zog zahlreiche Künstlerinnen und Künstler an.

Eine von ihnen war die Wiener Malerin Tina Blau-Lang (1845–1916), eine der bedeutendsten Vertreterinnen des »Stimmungs-Impressionismus«. Ihre Werke sind heute in vielen großen Museen vertreten und erzielen auf internationalen Auktionen hohe Preise. »Für uns ist es deshalb ein großes Glück, dass wir über eine Schenkung der FMP-Stiftung ein zwar kleines, aber sehr stimmungsvolles und von großer künstlerischer Eigenständigkeit bestimmtes Sylt-Gemälde von Tina Blau-Lang ins Museum bekommen haben«, erzählt Museumsdirektor Alexander Römer.

Das Gemälde »Badestrand auf Sylt« aus dem Jahr 1904 befindet sich allerdings nicht im optimalen Zustand. Dies war Thema der neuen Talk- und Begegnungsrunde der Sölring Foriining, dem Sölring Forum, unter dem Motto »Der Zauberkasten des Restaurators. Von der Kunst, Kunst zu erhalten«. Kulturjournalist Michael Stitz sprach mit dem international renommierten Restaurator Shandor Hayde und Alexander Römer über das Werk, seine kunsthistorische Bedeutung, seinen Zustand und die Frage, wie sehr es in seiner jetzigen Verfassung bereits »ausstellungswürdig« ist.

Hayde analysierte das Gemälde aus kunsthistorischer und restauratorischer Sicht und kam zu dem Urteil: »Ein sehr gutes Bild, einer herausragenden Künstlerin, das allerdings einige Beschädigungen erleiden musste und deshalb nicht zur vollen Entfaltung seiner malerischen Strahlkraft gelangt. Beschädigungen, die sich heilen lassen. Für die Präsentation dieser Arbeit – in der schon sehr beachtenswerten Sammlung des Sylt Museums – wäre es ein großer Gewinn, wenn es zu seinem würdig gealterten Glanz käme.«

Damit das Gemälde seine besondere künstlerische Wirkung wieder vollständig entfalten und künftig angemessen im Sylt Museum präsentiert werden kann, ist eine Restaurierung notwendig. Die ersten Einschätzungen gehen von Kosten in Höhe von rund 10.000 Euro aus – eine Summe, die das Museum nicht aus eigenen Mitteln aufbringen kann. Im Rahmen des Leitgedankens »Werte erhalten« entstand deshalb die Idee, die Restaurierung durch ein Spendenprojekt zu ermöglichen. 

Wer zur Bewahrung dieses besonderen Kunstwerks beitragen möchte, kann unter dem Stichwort »Werte erhalten« spenden: Sylter Bank, IBAN: DE51 2179 1805 0000 0042.