Aufbau einer Nachbarschaftshilfe auf Sylt

Ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen
soll Unterstützung schaffen

Die Situation in der Pflege ist in vielen Regionen Deutschlands schwierig. Auf Sylt ist sie besonders problematisch: Es gibt im Verhältnis zur Einwohnerzahl sehr wenige Pflegeplätze. Gleichzeitig ist die Zahl der ambulanten Pflegedienste in jüngster Zeit deutlich zurückgegangen. Hinzu kommen wenig attraktive Wohn- und Lebensbedingungen, die es besonders jungen Arbeitskräften erschweren, auf der Insel zu leben und zu arbeiten.
Sylter, die einen stationären Pflegeplatz benötigen, finden diesen häufig nur noch auf dem Festland. Ambulante Pflegedienste können aus personellen Gründen vielfach keine neuen Patienten aufnehmen. In Einzelfällen mussten wegen des fehlenden Personals bereits bestehende Versorgungen gekündigt werden.

Dr. Alexander Cegla (Seniorenvertretung Wenningstedt-Braderup), Imke Wein, Martha Berendes und Bruno Schnabel (Seniorenbeirat der Gemeinde Sylt)

Der Seniorenbeirat der Gemeinde Sylt und die Seniorenvertretung Wenningstedt-Braderup möchten dazu beitragen, diese Situation zu verbessern. Angeregt durch zahlreiche positive Beispiele auf dem nahen Festland – etwa aus dem Kreis Coburg – wollen sie versuchen, ein Netzwerk freiwilliger Alltagshelfer auf der Insel aufzubauen.
Der Auftakt soll eine Veranstaltung mit dem Titel »Das Altenheim kann warten« sein, die von Imke Wein moderiert wird. Sie findet am Donnerstag, den 6. August, von 17 bis 19 Uhr, im Kaamp Hüs in Kampen statt. Unter anderem wird der Landrat des Kreises Coburg über die dortigen Erfahrungen berichten. Außerdem sind Einblicke in die aktuelle Pflegesituation auf Sylt vorgesehen.