Zwei Handschriften,
eine gemeinsame Bildsprache
Wer das Kunsthaus Uerpmann in der Bismarckstraße betritt, trifft auf zeitgenössische Kunst in unterschiedlichen Facetten. Zwischen den ausgestellten Arbeiten fällt eine Position besonders durch ihr Zusammenspiel von Gegensätzen auf: Das Künstlerinnen-Duo AM Atelier verbindet zwei eigenständige künstlerische Wege zu einer gemeinsamen Bildsprache.
»Find your own wave«, Unikat, 100 x 120 cm
Dahinter stehen die Braunschweiger Künstlerinnen Anna Lipski und Madeline Lunkeit. Beide sind bereits unabhängig voneinander künstlerisch etabliert, bevor sie ihre unterschiedlichen Perspektiven in einem gemeinsamen Projekt zusammenführten.
Der Reiz ihrer Arbeiten liegt im Dialog zweier sehr verschiedener Herangehensweisen. Anna Lipski arbeitet figurativ und beschäftigt sich in ihren Bildern mit dem Menschen, mit Körpern, Ausdruck und Bewegung. Madeline Lunkeit bewegt sich stärker im Bereich der abstrakten Malerei, in der Formen, Farben und freie Kompositionen den Bildraum bestimmen. Aus diesen beiden Positionen entsteht eine Malerei, die von Spannung lebt. Klare Linien begegnen offenen Farbflächen, erkennbare Figuren treffen auf abstrakte Elemente. Die Werke von AM Atelier fordern nicht nur den Blick auf das Motiv, sondern auch auf das Zusammenspiel von Struktur und Freiheit. Gerade dieser Wechsel zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion macht die Arbeiten lebendig. Die Bilder erzählen nicht nur eine Geschichte, sie lassen Raum für eigene Wahrnehmungen und Interpretationen.
Und genau darin liegt die besondere Qualität: Die Werke geben keine eindeutige Antwort vor, sondern öffnen einen Dialog zwischen dem Erkennbaren und dem freien Spiel der Formen.


