Das neue Gerätehaus wurde 2012 fertiggestellt und ist seitdem die zentrale Wache der Freiwilligen Feuerwehr Hörnum. (Foto: FFW Hörnum)
»Einer für alle, alle für einen.«
Eine Freiwillige Feuerwehr stellt die Einsatzbereitschaft im eigenen Ort sicher und sorgt dafür, dass im Notfall schnell Hilfe geleistet werden kann – getragen von Menschen, die dieses Amt ehrenamtlich übernehmen. Am südlichsten Punkt der Insel Sylt gilt das in besonderer Weise. In Hörnum wird diese Aufgabe seit Jahrzehnten durch die Freiwillige Feuerwehr wahrgenommen. In diesem Jahr blickt sie gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr auf ein Doppeljubiläum zurück: 80 Jahre seit der Gründung am 24. Mai 1946 und 62 Jahre Jugendfeuerwehr seit dem 20. Dezember 1963. Gefeiert wird dies am 6. Juni mit einem Fest und dem Inselmarsch.
Von den Anfängen bis heute: Geschichte der FFW Hörnum
Bis 1945 war Hörnum eine reine Militärsiedlung. Die Bewohner des Ortes waren fast ausschließlich als Soldaten oder zivile Angestellte auf dem damaligen Seefliegerhorst beschäftigt.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann der Übergang in eine zivile Nutzung des Standortes. In dieser Phase wurde 1946 die Freiwillige Feuerwehr Hörnum gegründet. Hintergrund war die Notwendigkeit, im Zuge des Rückzugs der militärischen Strukturen eine funktionierende Gefahrenabwehr sicherzustellen. In den ehemaligen Kasernen waren nun unter anderem Fremdarbeiter sowie Heimatvertriebene untergebracht, für deren Schutz und Versorgung eine organisierte Feuerwehr erforderlich wurde.
Einen ersten wichtigen baulichen Meilenstein stellte das Jahr 1963 dar, als mitten im Ort ein neues Gerätehaus errichtet wurde. Damit erhielt die Wehr erstmals eine feste Unterkunft mit zentraler Lage, die den wachsenden Anforderungen an Einsatzbereitschaft und Organisation gerecht wurde. Mit der Zeit veränderten sich auch die Anforderungen an die Feuerwehr deutlich. Neben klassischen Brandeinsätzen traten zunehmend technische Hilfeleistungen und wetterbedingte Einsatzlagen in den Vordergrund. 1982 wurde das bestehende Gerätehaus erweitert. Dabei entstanden ein zusätzlicher Mannschaftsraum sowie ein Unterrichtsraum, außerdem wurde die Anlage auf insgesamt vier Stellplätze ausgebaut.
Im selben Jahr wurde die First-Responder-Einheit der Feuerwehr Hörnum gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Patienten im Einsatzfall selbst nach Westerland transportiert. Mit der Einführung der First-Responder-Struktur in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz wurde die medizinische Erstversorgung direkt vor Ort etabliert, bevor der Transport ins Krankenhaus erfolgte.
Die zunehmenden Anforderungen an Technik, Ausbildung und Einsatzbereitschaft führten schließlich zu einer grundlegenden Modernisierung der Infrastruktur. 2012 wurde das neue Gerätehaus fertiggestellt. Es bildet seitdem die zentrale Einsatzbasis und ermöglicht eine vollständige Unterbringung von Fahrzeugen, Ausrüstung und Mannschaft sowie eine funktionale Trennung der Einsatz- und Ausbildungsbereiche.
Heute verfügt die Freiwillige Feuerwehr im Inselsüden über drei Fahrzeuge sowie einen First-Responder-Wagen. Sie ist fest in das Einsatzsystem des Kreises Nordfriesland eingebunden und arbeitet eng mit den Nachbarwehren der Insel sowie dem Rettungsdienst zusammen. Das Einsatzspektrum reicht von Brandeinsätzen über technische Hilfeleistungen bis hin zu Sturm- und Unwettereinsätzen.
2025 rückte die Feuerwehr Hörnum 206 Mal aus. Seit der Gründung summiert sich die Bilanz auf rund 8.000 Einsätze. Die aktive Wehr besteht derzeit aus 37 Kameraden, die den Dienst ehrenamtlich leisten und die Einsatzbereitschaft jederzeit sicherstellen.
Jugendfeuerwehr – Nachwuchs seit 1963
Die Jugendfeuerwehr ist ein wichtiger Bestandteil der Nachwuchsarbeit, weil sie früh an Aufgaben, Abläufe und Verantwortung im Feuerwehrwesen heranführt und so den Übergang in den späteren aktiven Dienst vorbereitet. Neben technischen Grundlagen spielen dabei auch Teamarbeit, Verlässlichkeit und das schrittweise Hineinwachsen in feste Strukturen eine zentrale Rolle. Dazu gehören praktische Übungen wie der Aufbau einfacher Löschangriffe, der Umgang mit Schläuchen und Strahlrohren sowie erste Grundlagen der Gerätekunde und Knoten.
In Hörnum wurde dieser Ansatz bereits 1963 aufgegriffen, als im Ort eine Jugendgruppe entstand, die zu den frühen ihrer Art in Schleswig-Holstein und zur ersten auf Sylt zählte. Die Initiative ging auf Egon Bock und weitere Kameraden zurück. Anfangs gehörten 19 Jungen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren dazu. Schon 1966 kam es zu einer ersten praktischen Einbindung bei einem Brandeinsatz, bei dem unter anderem geborgenes Inventar gesichert wurde. Damit zeigte sich, dass die Ausbildung nicht allein theoretisch blieb, sondern auch praktische Aufgaben umfasste. Heute besteht die Gruppe aus sieben Kindern und bildet weiterhin die Grundlage für den Nachwuchs der Wehr.
Feierlichkeiten am 6. Juni: Jubiläum mit Fest und Inselmarsch
Das Jubiläum startet um 10 Uhr mit einem Sektempfang und dem Beginn des öffentlichen Teils. Vorgestellt werden dabei die Chroniken, ergänzt durch die Rede von Bürgermeister Udo Hanrieder. Im Laufe des Tages übernehmen die Hörnumer Kameraden die Ausrichtung des traditionellen Inselmarschs. Der Rallyetag beginnt um 14 Uhr, bevor die Spiele starten und der sportlich-gesellige Teil in Bewegung kommt. Am Abend steht der gemeinsame Ausklang im Mittelpunkt: Ab 19 Uhr wird mit DJ Kentho weitergefeiert.


