Sonderausstellung
im Sylt Museum läuft
noch bis zum 14. Juni
Im späten 19. Jahrhundert veränderte sich die Landschaftsmalerei grundlegend: Künstler der Düsseldorfer Malerschule begannen, ihre Motive nicht mehr im Atelier zu komponieren, sondern direkt in der Natur zu erfassen. Dieser Wandel hin zur Arbeit in der Natur stand in engem Zusammenhang mit der Ausbildung an der Düsseldorfer Kunstakademie und den dort vermittelten künstlerischen Praktiken. Zugleich erleichterten technische Neuerungen wie die Erfindung der Farbtube das Malen im Freien erheblich, da Farben transportfähig wurden und unmittelbar vor dem Motiv eingesetzt werden konnten. Die besondere Attraktivität Sylts lag dabei in der ständigen Veränderung der Naturerscheinungen. Wolken, Licht und Wasser boten keine stabilen Bildsituationen, sondern verlangten eine schnelle, unmittelbare Beobachtung.
Die Ausstellung »Wolkenstudien und Küstenlandschaften. Freilichtmalerei der Düsseldorfer Malerschule des späten 19. Jahrhunderts auf Sylt« richtet den Blick auf die spätere Generation der Düsseldorfer Malerschule um den Landschaftsmaler Eugen Dücker (1841–1916), dessen wiederholte Aufenthalte auf Sylt seit den 1870er-Jahren dokumentiert sind. Ergänzend stützt sich die Präsentation auf ein Seminar von Prof. Dr. Martina Sitt am kunsthistorischen Institut der Universität Kassel, das die Verbindung von akademischer Ausbildung und Freilichtmalerei im norddeutschen Küstenraum untersucht hat.
Die Ausstellung kann noch bis zum 14. Juni im Sylt Museum besucht werden. Zudem ist ein Begleitband erschienen, der die Forschungsergebnisse zusammenführt und im Museumsshop zum Preis von 14,95 Euro erhältlich ist.


