Zwischen Büchern, Kunst und Watt
Vor 14 Monaten eröffnete das »Felix Jud Cottage« in Keitum: ein malerisches kleines Häuschen am Durchgang zum Watt, in dem Bücher, Kunstwerke und kunsthandwerkliche Objekte angeboten werden. Viele Sylter schauten schon vorbei und noch mehr Gäste fanden hier etwas, das ihren Aufenthalt verschönerte. Was im Cottage so passiert, das schildere ich in dieser Kolumne nun wöchentlich. Mein Name ist Robert Eberhardt, 38 Jahre alt, und ich bin der Geschäftsführer von FELIX JUD.
Viele kennen uns aus Hamburg, denn hier ist FELIX JUD seit nunmehr 103 Jahren eine Institution: in der ältesten Passage zwischen Neuen Wall und Alsterarkaden gelegen avancierte das Geschäft zur bekanntesten Buch- und Kunsthandlung der Stadt. Viele Einzelhändler sind den Luxusmarken gewichen, aber unser Geschäft existiert noch immer. 2022 habe ich die Firma übernommen und schon damals den Blick gen Sylt gerichtet, denn die Insel erscheint gelegentlich wie ein Stadtteil der Hansestadt, viele Hamburger verbringen hier mehr Zeit als in der Innenstadt, schätzen die Ruhe ebenso wie die gehobene Gastronomie der Nordseeinsel.
Die Idee des Cottages ist ganz simpel: Es ist einerseits eine normale Buchhandlung, in der eine fein getroffene Auswahl von Romanen und Sachbüchern durchstöbert werden kann. Und eine Galerie, in der wechselnde Ausstellungen kuratiert werden. Bis vor kurzem die erfolgreiche Schau mit Werken des von Sylt stammenden jungen Malers Jonathan Lützen. Bis 6. Juni können Sie nun Werke der Hamburger Künstlerin Karin von Oldershausen entdecken. Am Pfingstmontag wird die Künstlerin zu Gast sein: von 15 bis 17 Uhr können Sie sich mit ihr austauschen.
Das Felix Jud Cottage ist mit seinen antiquarischen Angebot zudem das einzige Antiquariat der Insel, wo Schätze der Buchkunst und Weltliteratur präsent sind. Welche? Zum Beispiel zur Zeit ein originales Aquarell von Hermann Hesse oder ein handschriftliches Albumblatt von Theodor Storm und ein signiertes Buch von Thomas Mann.
Und zu alledem führen wir auch die Tradition des früheren Witthüs an dieser Stelle fort. Der über Jahrzehnte geschätzte Laden mit Töpferware, Schmuck und Glaskunst schloss mit dem Ruhestand der Inhaberin Anka Weber zwar seine Pforten, doch rund 20 Hersteller führen wir weiterhin im Sortiment: Keramik, dänische Glasblumen für den Garten, Vasen der Glasbläserin von Ebner-Eschenbach, handgemachte »Lesemäuse« und vieles mehr.
Besonders freut uns, dass das Felix Jud Cottage nicht nur wegen seines ausgewählten und doch vielseitigen Angebotes geschätzt wird, sondern sich in einem guten Jahr auch als poetischer Veranstaltungsort etablierte: Lesungen, Vorträge, Künstlergespräche, Empfänge, Partys – was hat in so kurzer Zeit nicht alles stattgefunden! Was in dieser Saison kommt, können Sie auf www.felixjud.com sehen. Und an dieser Stelle werde ich nächste Woche davon berichten. Bis bald in Keitum.
Robert Eberhardt


