Galerie Herold und Herold Contemporary

»Ivo Hauptmann und die
Hamburgische Sezession«
& Dieter Glasmacher
»Unsinn Abräumen«

Seit mehr als vierzig Jahren präsentiert die Galerie Herold bedeutende Positionen norddeutscher Kunst vom Expressionismus über den Impressionismus bis hin zur Contemporary Art. Ihre Ausstellungen bringen immer wieder Werke zusammen, die durch Individualität, Ausdruckskraft und künstlerische Qualität überzeugen.

Die Galerie Herold verbindet norddeutsche Positionen von der klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst.

»Ivo Hauptmann und die Hamburgische Sezession«
Anlässlich des 140. Geburtstags von Ivo Hauptmann zeigt die Galerie Herold im Haus »Meeresruh« am Braderuper Weg 4 eine Ausstellung, die sich dem Künstler sowie seiner prägenden Rolle innerhalb der Hamburgischen Sezession widmet. Als einer der Mitbegründer gehörte er zu jener Künstlergeneration, die nach dem Ersten Weltkrieg bewusst neue gestalterische Wege einschlug und sich von den traditionellen akademischen Konventionen entfernte. Gemeinsam mit Persönlichkeiten wie Karl Kluth, Eduard Bargheer, Heinrich Steinhagen, Dorothea Maetzel-Johannsen und Willem Grimm formte er eine offene Gemeinschaft, die ihren eigenen Platz zwischen den künstlerischen Strömungen der Zeit suchte.
Prägend für Hauptmanns Werk waren insbesondere die kulturellen Einflüsse, denen er während seiner Zeit in Paris begegnete. Dort setzte er sich intensiv mit der französischen Moderne auseinander und entwickelte ein neues Verständnis von Farbe, Licht und Komposition. Diese Erfahrungen verband er später mit norddeutschen Landschaften und Stadtansichten zu einer eigenständigen Bildsprache von großer atmosphärischer Dichte.

Dieter Glasmacher »Unsinn Abräumen«
Zeitgleich präsentiert Herold Contemporary eine Einzelausstellung des Künstlers Dieter Glasmacher. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen expressiver Malerei, Collage, Sprache und konzeptueller Kunst und zeichnen sich durch ihre experimentelle sowie oftmals provokative Herangehensweise aus. Dabei untersucht Glasmacher fortwährend das Zusammenspiel von Bild, Sprache und gesellschaftlicher Wahrnehmung.
Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind unter anderem Strömungen wie Dada, Art brut, die COBRA-Gruppe und die Pop-Art. Gleichzeitig greift er visuelle Eindrücke des Alltags auf – etwa Werbung, Fernsehen, Graffiti oder spontane Schriftzüge aus dem urbanen Raum. Kennzeichnend ist der collageartige Aufbau, bei dem Figuren, Zeichen, Farbflächen und Sprachelemente nebeneinanderstehen und dadurch neue Bedeutungen entstehen lassen. Im Zentrum steht weniger ein abgeschlossenes Bild als vielmehr ein offener Prozess der Wahrnehmung, in dem sich Eindrücke überlagern und im Blick des Betrachters weiterentwickeln.
Glasmacher studierte von 1963 bis 1968 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und gehörte zu einem Umfeld junger Künstler, die sich aktiv mit neuen Ausdrucksformen auseinandersetzten. Bereits in dieser Zeit beteiligte er sich an kollektiven und kunstkritischen Arbeitsformen, die seine spätere Haltung zwischen künstlerischer Produktion und gesellschaftlicher Intervention prägten.