Bundeskonferenz in Lübeck setzt klare Signale

Kommunale Gleichstellungsarbeit
stärkt Demokratie und Zusammenhalt

Andrea Dunker, Gleichstellungsbeauftragte der Inselverwaltung Sylt, hat an der 29. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands in Lübeck teilgenommen. Zu Gast war unter anderem Aminata Touré, Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung in Schleswig-Holstein.

Kommunale Gleichstellungsbeauftragte setzen ein Zeichen gegen Frauenfeindlichkeit und für mehr Gleichstellung bei der Bundeskonferenz in Lübeck. (Foto: BAG/Susanne Hübner)

Mehr als 500 kommunale Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland beschäftigten sich zwei Tage lang mit den Herausforderungen der Gleichstellungsarbeit und insbesondere mit dem zunehmenden Antifeminismus. Dieser sei, so Andrea Dunker, »kein Randphänomen«, sondern ziehe sich durch alle Bereiche der Gesellschaft. Antifeministische Strömungen bedrohten Frauenrechte, stärkten traditionelle Rollenbilder und gefährdeten damit auch demokratische Grundwerte.
Ein sichtbares Zeichen setzte die Konferenz mit einer Demonstration vor dem Holstentor in Lübeck: 540 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sowie Unterstützer protestierten lautstark gegen Gewalt an Frauen, Sexismus und die Benachteiligung von Mädchen und Frauen. Mit Trillerpfeifen, klaren Botschaften und feministischen Forderungen machten sie auf die gesellschaftlichen Folgen von Frauenfeindlichkeit aufmerksam.
Im Rahmen der Konferenz wurde die »Lübecker Erklärung gegen Antifeminismus« verabschiedet. Darin werden unter anderem eine bundesweite Kampagne gegen Frauenverachtung und geschlechtsspezifische Gewalt, mehr Bildungsarbeit für ein diskriminierungsfreies Zusammenleben sowie eine konsequente Bekämpfung antifeministischer Strukturen gefordert. Andrea Dunker betont, dass frauenfeindliche Einstellungen den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächten und Menschen einschüchterten. Darüber hinaus verabschiedeten die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten mehr als 30 politische Forderungen. Dazu gehören ein Nationaler Aktionsplan gegen Antifeminismus, die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt, bessere Unterstützung für Alleinerziehende, eine flächendeckende Geburtshilfe, mehr finanzielle Unterstützung für Eltern sowie die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen durch die Streichung des § 218 StGB.