Ausstellung in der Stadtgalerie
»Alte Post« und im Felix Jud Cottage
In der Stadtgalerie »Alte Post« und im Felix Jud Cottage zeigt der 22-jährige Maler Jonathan Lützen zurzeit seine erste Soloausstellung. Der Titel der Schau greift mit »Rüm Hart – Klaar Kimming« bewusst den Sylter Wahlspruch auf. Im Zentrum der Arbeiten steht Lützens persönliche Auseinandersetzung mit der Insel als Heimat seiner Vorfahren. Dabei thematisiert die Ausstellung eine vielschichtige emotionale Beziehung, die sich mit seiner Herkunft auseinandersetzt. »Wir sind froh und stolz, ein solch junges Malertalent vertreten zu dürfen«, sagt Robert Eberhardt, Geschäftsführer der Hamburger Buch- und Kunsthandlung FELIX JUD, die seit letztem Jahr das Felix Jud Cottage in Keitum betreibt.
Künstler Jonathan Lützen
Lützens Malerei lässt sich dem expressionistischen Stil zuordnen. Seine Arbeiten zeichnen sich durch starke Strukturen, leuchtende Farben und einen direkten, spontanen Zugang aus. Ohne Vorzeichnungen versucht er, die Rohheit, die Atmosphäre und die Seele seiner Motive so einzufangen, wie er sie selbst wahrnimmt. Dabei entstehen auch häufig großformatige Arbeiten von über zwei Metern.
Mit Lützen gewinnt Sylt einen jungen Künstler, der durch den Fokus seiner Arbeiten eine neue Sicht auf die Insel hat. »Die Serie begann mit einem persönlichen Werk zur Arbeit meines Großvaters als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kampen. Im Anschluss merkte ich, dass es viele weitere Geschichten zu erzählen gibt«, erklärt er. Die Thematik Sylt ist die erste große Serie, die er über einen längeren Zeitraum behandelt. Dabei sind bis jetzt mehr als 60 Werke entstanden.
Die väterliche Seite seiner Familie stammt ursprünglich aus Kampen. Die enge Bindung an die Insel wurde über Generationen weitergegeben: vom Großvater, der in Kampen geboren wurde und dort sein Leben verbrachte, über den Vater des Künstlers, der ebenfalls von Sylt stammt. Jonathan Lützen ist die erste Generation der Familie, die nicht auf der Insel geboren wurde. Dennoch wurde ihm die Verbundenheit zur Heimat seiner Familie schon früh über Erzählungen und regelmäßige Aufenthalte bei seinen Großeltern in Kampen vermittelt. Aus dieser familiär geprägten Liebe entwickelte sich im Laufe der Zeit eine persönliche Sichtweise, die in der Ausstellung ihren künstlerischen Ausdruck findet.
Die Ausstellung kann in der Westerländer Stadtgalerie »Alte Post« bis 26. April von Montag bis Samstag von 11 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 18 Uhr sowie im Felix Jud Cottage in Keitum bis 10. Mai von Montag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr besucht werden.


