Landrat Florian Lorenzen, Ministerpräsident Daniel Günther, DB-Chefin Evelyn Palla, Bürgermeisterin Tina Haltermann und Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen. (Fotos: SYLTPRESS)
Austausch von Land und Deutscher
Bahn beim Marschbahndialog
Das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn haben vergangene Woche beim Marschbahndialog in Westerland einen gemeinsamen Fünf-Punkte-Plan vereinbart, um die Marschbahn zwischen Hamburg, Niebüll und Westerland spürbar zuverlässiger und leistungsfähiger zu machen. Im Mittelpunkt steht ein zusätzlicher Zeitpuffer von bis zu 15 Minuten für den Regionalexpress zwischen Husum, Niebüll und Westerland. Möglich wird dies durch einen Trassentausch zwischen Regionalverkehr und Autozügen. Ziel ist es, Verspätungen aus Richtung Hamburg künftig deutlich besser abzufangen und die Pünktlichkeit insbesondere auf dem Abschnitt nach Sylt spürbar zu erhöhen. Nach Berechnungen der Deutschen Bahn soll die Ankunftspünktlichkeit in Niebüll von bislang rund 78 Prozent auf bis zu 96 Prozent steigen. In Westerland soll sich die Pünktlichkeit von derzeit rund 59 Prozent auf bis zu 84 Prozent verbessern. Der Trassentausch wird spätestens mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026/2027 eingeführt.
Neben dem Trassentausch verständigten sich Land und Deutsche Bahn auf weitere Maßnahmen:
• Einführung eines gemeinsamen Störfallkonzepts mit klar abgestimmten Abläufen für typische Störungssituationen
• Ausbau von Material- und Ersatzteilkapazitäten entlang der Strecke sowie Stärkung der Instandhaltungsstandorte in Husum, Niebüll, Klanxbüll und Westerland
• Fortsetzung der Planungen für den zweigleisigen Ausbau der Abschnitte Niebüll–Klanxbüll und Morsum–Tinnum
• Weiterer Ausbau der Leit- und Sicherungstechnik, insbesondere durch das neue Elektronische Stellwerk Niebüll
• Umfassende Modernisierung des Bahnhofs
Westerland bis 2029
Auch der Bund unterstützt den Ausbau der Strecke. Ziel ist es, Anfang der 2030er-Jahre mit der zweigleisigen Erweiterung zu beginnen.
Manfred Uekermann, CDU-Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Nordfriesland-Nord, begrüßt die Vereinbarungen: »Für die Menschen auf Sylt und entlang der Marschbahn zählt vor allem, dass die Verbesserungen schnell im Alltag ankommen. Mehr Pünktlichkeit, weniger Störungen und ein verlässlicher Ausbau der Strecke sind ein starkes Signal für unsere Region.«
Sylter Bürgervorsteher Andreas Dobrzinski, Ministerpräsident Daniel Günther und Landtagsabgeordneter Manfred Uekermann drücken symbolisch den Startknopf für den Fünf-Punkte-Plan.
Kai Müller (Bürgermeister Wenningstedt-Braderup), Udo Hanrieder (Bürgermeister Hörnum), Frank Zahel (Kreispräsident Nordfriesland) und Steffi Böhm (Bürgermeisterin Kampen)


