Expressionistische Malerei
über Sylt, Herkunft und Identität
In der Stadtgalerie »Alte Post« ist vom 2. bis 26. April die Ausstellung »Rüm Hart – Klaar Kiming« des Künstlers Jonathan Lützen zu sehen. Der Titel greift bewusst den Sylter Wahlspruch auf. Im Zentrum der Arbeiten steht seine persönliche Auseinandersetzung mit der Insel als Heimat seiner Vorfahren. Dabei thematisiert die Ausstellung eine vielschichtige emotionale Beziehung, die sich mit seiner Herkunft auseinandersetzt.
Künstler Jonathan Lützen (Foto: Jonathan Lützen)
Seine Malerei lässt sich dem expressionistischen Stil zuordnen. Seine Arbeiten zeichnen sich durch starke Strukturen, leuchtende Farben und einen direkten, spontanen Zugang aus. Ohne Vorzeichnungen versucht er, die Rohheit, die Atmosphäre und die Seele seiner Motive so einzufangen, wie er sie selbst wahrnimmt. Dabei entstehen auch häufig großformatige Arbeiten über zwei Meter.
»Die Serie begann mit einem persönlichen Werk zur Arbeit meines Großvaters als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kampen. Im Anschluss merkte ich, dass es viele weitere Geschichten zu erzählen gibt«, erklärt der 22-Jährige. Die Thematik Sylt ist die erste große Serie, die er über einen längeren Zeitraum behandelt. Dabei sind bis jetzt mehr als 60 Werke entstanden, von denen ein Dutzend in der Stadtgalerie zu sehen sein werden.
Die väterliche Seite seiner Familie stammt ursprünglich aus Kampen. Die enge Bindung an die Insel wurde über Generationen weitergegeben: vom Großvater, der in Kampen geboren wurde und dort sein Leben verbrachte, über seinen Vater, der ebenfalls von Sylt stammt. Jonathan Lützen ist die erste Generation der Familie, die nicht auf der Insel geboren wurde. Dennoch wurde ihm die Verbundenheit zur Heimat seiner Familie schon früh über Erzählungen und regelmäßige Aufenthalte bei seinen Großeltern in Kampen vermittelt.
Die öffentliche Vernissage findet am 2. April um 18 Uhr in der Stadtgalerie statt.


