Norddörferschule schließt »Phase Null« ab

Die Kinder haben als Ideen-Agenten ihre Gedanken und Vorstellungen für das neue Schulgebäude zusammengetragen.

Grundstein für neues Schulgebäude und zukünftige Lernkultur

Die Norddörferschule hat am vergangenen Dienstag einen weiteren Schulentwicklungstag durchgeführt und damit einen wichtigen Meilenstein ihres umfassenden Schulentwicklungs- und Bauprozesses erreicht: den Abschluss der sogenannten »Phase Null«. Diese bildet die pädagogische Grundlage für die zukünftige Architektur der Schule. Begleitet wurde der Prozess vom Architekturbüro Trapez Architektur aus Hamburg unter der Leitung von Dirk Landwehr. Seit Mitte des letzten Jahres arbeitet die Schule gemeinsam mit dem Planungsteam daran, wie das Gebäude moderne Lernformen bestmöglich unterstützen kann.

Mehr als zwei Jahre lang haben Lehrkräfte, Mitarbeitende der offenen Ganztagsschule, engagierte Eltern, schulische Mitarbeitende, Vertreter aus Verwaltung und Kämmerei sowie Mitglieder des Schulverbandes der drei Norddörfer-Gemeinden, darunter der Vorsitzende Kai Müller, gemeinsam gearbeitet. Unterstützt wurden sie von Supervisoren und der Organisation »Schule im Aufbruch«. Dabei haben sie Unterrichtsqualität, Schulalltag, Leistungsnachweise und Lernkultur grundlegend geprüft und neue Ansätze entwickelt. Alles getragen vom Leitgedanken: »Nicht mit alten Konzepten in neue Steine zu ziehen.« Schulleiterin Bianca Rehage zeigt sich sehr zufrieden mit dem erreichten Zwischenergebnis: »Dieser Prozess verlangt Mut und außergewöhnliches Engagement. Ich danke allen Beteiligten ausdrücklich für ihre weit überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft – insbesondere für die wichtigsten Menschen in unserer Gesellschaft: unsere Kinder, für die wir als Pädagogen täglich Verantwortung tragen.«

Im Zuge der Planungen wurde entschieden, auf dem großen Schulgelände in Wenningstedt ein neues Schulgebäude zu errichten. Bis zur Fertigstellung läuft der Schulbetrieb weiterhin im bestehenden, sanierungsbedürftigen Gebäude. Wie das alte nach dem Auszug genutzt wird, ist derzeit noch offen. Ein Kunst- und Kulturhaus, das auch Kooperationen mit der Schule pflegt, wäre denkbar. Gespräche mit lokalen Künstlern und potenziellen Akteuren haben bereits stattgefunden, konkrete Entscheidungen werden jedoch in späteren Schritten getroffen.

Das künftige Gebäude wird sich deutlich von klassischen Schullandschaften unterscheiden. Die bereits heute enge Verzahnung zwischen Schulvormittag und offenem Ganztag soll räumlich konsequent weitergeführt werden. Vorgesehen sind flexible Lernbereiche, Bewegungsflächen, Rückzugsorte, Räume für individuelle Förderung sowie Begegnungsorte für gemeinschaftliches Lernen und gesellschaftliche Bildung. Schule wird bewusst als Lern- und Lebensraum gedacht, in dem Erwachsene Entwicklungsprozesse professionell und auf Grundlage aktueller Lernforschung begleiten. Auf die Frage, ob diese Zielsetzung nicht besonders ambitioniert sei, erklärt Rehage: »Das ist keine Kür, sondern längst überfällige Pflicht. Wer heute nicht mitdenkt, wie Schule in vielen Jahren aussehen soll, legt den Grundstein für ein Gestern statt für ein Morgen. Das wäre fatal für eine Institution, die junge Menschen auf ihr Leben vorbereiten muss.«

Die Ergebnisse der »Phase Null« bilden nun die verbindliche Grundlage für die weiteren architektonischen Planungen des Neubaus. Auf der nächsten Schulverbandssitzung werden die Kosten für den Bau besprochen. Danach startet die europaweite Ausschreibung für die Vergabe der Projektbetreuung.