»Gesucht – Gefunden Sylt«

Viele Aufgaben und
ganz viel Unterstützung
für das Insel-Netzwerk

Natürlich soll der Name der Facebook-Gruppe »Gesucht – Gefunden Sylt« nicht geändert werden. Aber manchmal haben die sechs Administratoren, die die Seite und den zugehörigen Förderverein betreuen, das Gefühl, dass die Abkürzung GGS auch für »Gemeinsam Glücklich Sylt« stehen könnte. Ende des vergangenen und Anfang dieses Jahres gab es dafür wieder einige Beispiele.
Etwa im Fall eines von Schicksalsschlägen gebeutelten Rentners: Durch die Übernahme einer offen gebliebenen Rechnung konnte ihm, kurz vor der Pfändung, ein riesiger Stein vom Herzen fallen. Diese gute Nachricht hatte Gruppengründer Björn Nielsen gerade erst gepostet, da kamen aus der GGS-Gemeinschaft Angebote zur Übernahme der ebenfalls aufgelaufenen und im Post erwähnten Mietschulden (der Senior wohnt für unter 400 Euro im Monat schon unfassbar günstig). Darunter war eine für diesen Zweck bestimmte Spende des Gastronomen und Weinhändlers Jan-Malte Kagel – der kurz danach zusätzlich 4000 Euro für die allgemeine Vereinsarbeit überwies. GGS-Kassenwartin Anke Nielsen: »In diesen Momenten wird uns Admins warm ums Herz«, und ihre Kollegin Heike Kulk ergänzt: »Dann weiß jeder von uns, warum wir uns hier engagieren.«

Spende von Firma Peter Jacobsen: die Geschäftsführer Henning Petersen (links) und Kai-Uwe Sönnichsen (rechts) mit Ulrike Bergmann (links) und Conny Ebert von GGS

Und auch bei der Anfrage einer Familie, die ein technisches Hilfsmittel zur Versorgung ihres gehandicapten Kindes zwar größtenteils von der Krankenkasse bezahlt bekam, aber mit dem Eigenanteil von 5000 Euro überfordert war, bewies die Insel-Gemeinschaft Stärke: Nachdem GGS die Übernahme zugesagt hatte, beteiligten sich auch Rotarier, Lions und Freimaurer.
Herzerwärmend sind auch die Scheckübergaben, zu denen die GGS-Verantwortlichen immer mal wieder gebeten werden. Kürzlich etwa bei der Firma Elektro Pahl in Tinnum. Deren Chef Steve Malitz wollte, dass sein, wie er sagt, »gut laufender Betrieb« etwas Gutes tut und hatte seinem Auszubildenden Tom Randt die Aufgabe übertragen, einen Empfänger für die ausgelobte Spende von 1000 Euro auszusuchen. Dessen Wahl fiel auf GGS, weil der junge Mann immer wieder von den Aktivitäten des Vereins gehört hatte und fand, dass diese Unterstützung verdient ist.
Zielgerichtet, also für einen gemäß GGS-Satzung zulässigen konkreten Empfänger, war die Spende, die die GGS-Vorsitzende Conny Ebert und Pressewartin Ulrike Bergmann Anfang Februar bei der Tiefbaufirma Peter Jacobsen entgegennahmen: 3000 Euro für einen Mitarbeiter des Unternehmens, den ein schwerer Fahrradunfall in den Rollstuhl brachte. Eine Belastung, die man dem jungen Mann, seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Baby mit keinem Geld der Welt nehmen, aber zumindest ein bisschen erleichtern kann.
Wie sagte Vorstandsmitglied Sandro Schubert, als er im Januar beim zehnten Geburtstag der Archsumer Kinderfeuerwehr eine Spende von 2000 Euro (50 Euro pro Feuerwehrkind) überreichte? »Wir von GGS sind auch so etwas wie eine Feuerwehr. Wir erledigen manchmal andere Löscharbeiten.« Gesucht – Gefunden Sylt leistet Hilfe für insulare Vereine und in Not geratene Sylter und macht dabei, egal ob beim Geben oder beim Nehmen, immer wieder die Erfahrung, dass man gemeinsam einfach glücklicher ist.