Galerie Herold
präsentiert Höhepunkte
aus »20 Jahre Colonnaden«
Emil Nolde, Eduard Bargheer, Ivo Hauptmann, Heini Linkshänder, Hermann Grüneberg, Erich Heckel, Friedrich Kallmorgen, Johannes Geccelli, Franz Nölken, Michael Jastram, Frank Schult und andere: Traditionell zum Jahreswechsel öffnet die Galerie Herold ihre Türen und präsentiert ab 26. Dezember eine besondere Ausstellung, kuratiert von Katharina Herold und mit Werken aus dem neuen Katalog »20 Jahre Colonnaden«.
Zu den Höhepunkten gehört das »Bildnis einer Bäuerin im Profil« von Paula Modersohn-Becker. Die Künstlerin zählt heute zu den bedeutendsten Vertreterinnen der Moderne. In Dresden geboren und in Worpswede künstlerisch geprägt, entwickelte sie früh einen eigenständigen Stil, der zwischen Realismus, Symbolismus und früher Expressivität angesiedelt ist. Ihre Figuren, wie Bäuerinnen, Kinder und Mütter, zeigt sie mit großer Einfachheit, innerer Würde und tiefem Ernst.
Paula Modersohn-Becker, »Bildnis einer Bäuerin im Profil«, um 1898, Öl auf Karton, 40 x 33 cm
Sie schuf zahlreiche Porträts von Frauen aus ländlicher Umgebung, oft wiederkehrende Motive, die ihre bemerkenswerte Beobachtungsgabe für Gesichtszüge, Ausdruck und Charakter der sitzenden Personen widerspiegeln. Viele dieser Arbeiten entstanden in Worpswede, wo sie Modelle aus der Nachbarschaft und dem Armenhaus wählte und ihnen große Aufmerksamkeit schenkte.
Ab 1900 reiste sie mehrfach nach Paris, wo sie sich intensiv mit der Kunst von Cézanne, Gauguin und Rodin auseinandersetzte – Eindrücke, die ihr Werk nachhaltig prägten. Trotz ihrer Ehe mit dem Worpsweder Maler Otto Modersohn bewahrte sie sich stets künstlerische Autonomie. 1906 ging sie einen radikalen Schritt für ihre Zeit, als sie als eine der ersten Frauen überhaupt Aktbilder von sich selbst malte, darunter das Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag.
1907 wurde ihre Tochter Mathilde geboren, doch nur wenige Tage später starb Paula Modersohn-Becker im Alter von 31 Jahren an einer Embolie. Sie gilt als Wegbereiterin der modernen Malerei und als eine der ersten Frauen, die bewusst als professionelle Künstlerin lebte und arbeitete. 2024 wurden ihre Werke erstmals in den USA, in New York und Chicago, gezeigt. Ihr 150. Geburtstag wird 2026 mit umfangreichen Ausstellungen gewürdigt – darunter eine große Retrospektive des Paula Modersohn-Becker-Museums in Bremen, für die auch das »Bildnis einer Bäuerin im Profil« als Leihgabe angefragt wurde.
Ein Blick in den neuen Katalog »20 Jahre Colonnaden« lohnt sich – er ist beim Besuch der Ausstellung kostenfrei erhältlich. Weitere Informationen online unter galerie-herold.de


