Interaktive Installation:
Kunstaktion für saubere Meere
In diesem Jahr ergänzt das Sylt Museum das Ensemble der klassischgestalteten Jöölbooms mit einem »Müllboom«. Entstanden ist dieses außergewöhnliche Projekt in Kooperation mit Bye Bye Plastik und der Künstlerin Linn Andresen. Diese eigenwillige, interaktive Interpretation ist im Garten vor dem Sylt Museum zu finden.
Der Müll-Jöölboom 2025 ist ein gemeinsames Projekt der Sölring Museen, Bye Bye Plastik und der Künstlerin Linn Andresen (2.v.r.). (Foto: Bye Bye Plastik)
Der Müll-Jöölboom ist bewusst nicht als abgeschlossenes Kunstwerk konzipiert, sondern als interaktive Installation, die zum Mitgestalten einlädt. Besucher sind eingeladen, den Baum im Laufe der Adventszeit selbst zu »schmücken« – allerdings nicht mit klassischem Weihnachtsschmuck, sondern mit Plastikmüll, der an Sylts Stränden gesammelt wurde. Mit diesem Ansatz möchten die Akteure auf ein drängendes globales Problem aufmerksam machen: die zunehmende Vermüllung der Meere durch Plastik. Strandfunde wie Mikroplastik, Flaschendeckel, Zigarettenkippen, Flaschen oder Fischereimüll wie Netze, Dolly Ropes oder Fischkisten verdeutlichen, wie vielfältig und dauerhaft diese Belastung ist. Der Müll-Jöölboom soll dabei niemals »fertig« sein – ein bewusst gewähltes Symbol dafür, dass das Meer auch weiterhin täglich neue Spuren menschlicher Einflüsse an die Küsten spült. Jeder Beitrag, jeder Fund und jedes Objekt macht sichtbar, wie dringlich das Thema bleibt. Auch bei der Herstellung des Basis-Jöölbooms wurde auf Nachhaltigkeit geachtet. Ganz im Sinne der »Grauen Energie« kamen ausschließlich Materialien zum Einsatz, die bereits vorhanden waren oder am Strand gefunden wurden.
Künstlerin Linn Andresen skizziert ihre Gedanken zum Entstehungsprozess: »Mein künstlerischer Ansatz war es, dem Brauch des Jölbooms sowie der Tradition des Sylt-Museums, jährlich einen Jölboom gestalten zu lassen, gerecht zu werden, jedoch dem brisanten Thema der Vermüllung der Meere genug Raum zu geben. Es war also eine Gratwanderung, den Jölboom einerseits nicht ›zu schön‹ werden zu lassen, auf der anderen Seite inselfriesische Anknüpfungspunkte zu finden und ins Heute zu transportieren.«
Das Sylt Museum lädt herzlich dazu ein, Teil dieser lebendigen Installation zu werden, und gleichzeitig ein Zeichen für den Schutz der Meere zu setzen. Weiterhin zeigt das Sylt Museum während der Öffnungszeiten (Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 15 Uhr) Modelle des Adventsbogens, die aus Glas, Metall, Holz sowie mit Salzteig gestaltet wurden.


