159.gallery zeigt neue Werke
und exklusive Aufnahmen
aus den Expeditionen des Fotografen
Der mehrfach international ausgezeichnete Wildtier-Fotograf Lars Beusker macht Station auf Sylt: Am Neujahrstag zwischen 11 und 16 Uhr öffnet die 159.gallery in Keitum am Gurtstig (neben Oma Wilma) ihre Türen für einen besonderen Einblick in seine Arbeit. Besucher haben die Gelegenheit, den Fotografen persönlich zu erleben, seinen Geschichten von Reisen zu den entlegensten Orten der Erde zu lauschen und exklusive Behind-the-Scenes-Aufnahmen zu entdecken. Neuveröffentlichung und Weltpremiere: Beusker zeigt seine beiden neuesten Werke, die im November 2025 entstanden sind, und nimmt die Gäste mit auf die spannende Suche nach dem Mythos »Schwarzen Panther«.
In der Stille der Wildnis richtet Lars Beusker seine Kamera aus, bereit für Momente, die sonst verborgen bleiben.
Die Begegnung mit Giza – Ein seltener Panther in den Weiten Kenias
Etwa 80 Kilometer nordwestlich vom Mount Kenia liegt eine Region namens Laikipia. Hier existiert etwas Besonderes in der Natur: Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in dem ca. 8.600 Quadratkilometer großen Gebiet bereits mehrfach große schwarze Wildkatzen gesichtet. 2019 wurde der »Mythos des Schwarzen Panthers in Afrika« offiziell bestätigt und mittels »Kamerafallen« dokumentiert. Die Genmutation ist rezessiv und daher sehr selten. Nur wenn beide Elternteile das Gen tragen, besteht die Chance auf Nachkommen mit der schwarzen Fellfärbung. In Laikipia ist dieses Gen scheinbar nicht ausgestorben – hier gibt es schwarze Leoparden, jedenfalls ist ein Tier dokumentiert, das seit ein paar Jahren immer wieder gesehen wird. Man hat ihm den Namen Giza gegeben, was auf Swahili »Dunkelheit« oder »Schatten« bedeutet.
»Für mich gibt es nicht viel Aufregenderes, als einen Panther in der Wildnis zu sehen. Man sollte meinen, es wäre leicht, ihn zu finden, denn mit seinem Aussehen sollte er ja in der beigen, verdorrten Wildnis Kenias auffallen. Das Gegenteil ist der Fall. Tagsüber ist er unsichtbar, versteckt sich im Schatten der Bäume und Büsche und entflieht der Sonne. Erst in der Dämmerung kommen die Raubkatzen aus ihrer Deckung, um zu jagen. Jeden Morgen fuhren wir früh raus und suchten nach frischen Spuren, an jedem späten Nachmittag das Gleiche. Wir hatten sogar Glück und fanden Giza. Wir konnten beobachten, wie sie jagte und dann wieder verschwand – mein ersehntes Porträt schien unmöglich. Unsere Anspannung wuchs ebenso wie mein Wunsch nach dem perfekten Bild. Am letzten Abend vor unserer Abreise nach neun Tagen im Feld fanden wir sie ein weiteres Mal. Es hatte den ganzen Nachmittag geregnet. Giza kam aus dem Dickicht. Zum ersten Mal war sie nicht in Hast oder auf der Jagd, sondern ganz ruhig. Sie lief lautlos im wenigen verbliebenen Tageslicht über den noch etwas feuchten Boden und kam geradewegs auf mich zu. Ich legte mich auf den Bauch, hing mich aus dem Auto, die Kamera auf dem Boden. Sie kam immer näher. Fokussierte mich mit einem Blick, der mir durch Mark und Bein ging. Mein Körper erstarrte. Und mein Herz raste, als ich auf den Auslöser drückte. Was ich mit nach Hause nahm, war nicht nur ein ganz neues, wunderschönes Bild eines Panthers, sondern eine große Liebe, Dankbarkeit und Demut – vor dieser einmaligen Begegnung und vor unserer wunderschönen Natur«, beschreibt Lars Beusker diese besondere Begegnung mit Giza.


