Upcycling in Keitum

Picknick-Kombination mit Geschichte

Ein unscheinbares Stück Technik aus der Westerländer Schleuse beginnt ein neues Kapitel: Die massive Teakholzplatte, die früher als Hubschütztor den Wasserstand im Sielzug regulierte, dient nun als robustes Herzstück eines neuen Picknickplatzes am Keitumer Kliff. Zu verdanken ist dieses ungewöhnliche zweite Leben dem Straßen- und Tiefbauunternehmer Jan Junge und dem Tischler Matis Franzen, die bereits zuvor mit einer wendbaren Bank auf dem ehemaligen Thermengrundstück für Aufmerksamkeit sorgten — gefertigt aus einer Kampener Fichte, die gefällt werden musste.

Handwerkskunst. Jan Junge, Gritje Stöver und Matis Franzen.

Mit der neuen Picknick-Kombination setzen die beiden ihr Engagement für nachhaltige Verschönerungen im Dorf fort. Das Projekt ist ein Paradebeispiel für Upcycling: Material, das eigentlich entsorgt werden sollte, wird zu einem hochwertigeren Produkt umgearbeitet.
»Als ich gesehen habe, wie gut die Platte die Jahrzehnte im Wasser überstanden hatte, wusste ich sofort, dass sie perfekt für Matis’ kreative Projekte ist«, erzählt Junge. Passende Findlinge als Unterbau fanden sich noch auf seinem Lagerplatz. Die Tischlerarbeiten wiederum wurden aus dem Spendenschwein finanziert, das er traditionell beim Sommerfest seines Unternehmens aufstellt. Statt Geschenken bat Junge erneut um Beiträge »für Verschönerung im Dorf«. Von dieser Verschönerung profitieren nun alle, die beim Spaziergang oder auf einer Radtour am Keitumer Kliff eine Pause einlegen.
Gritje Stöver, Vorsitzende des Keitumer Ortsbeirats, zeigt sich begeistert: »Hier wurde Material verwendet, das eine Geschichte in sich trägt. Das passt zu Keitum als traditionsbewusstem Ort.«