Roma e Toska

VON PASSION, BÜCHERN UND KUNST

Es gibt so viele Menschen, die man gar nicht mehr voneinander unterscheiden kann. Sie tragen das Gleiche, undefinierbar hell im Sommer, undefinierbar dunkel im Winter. Dazwischen machen sie einen Mix aus Beidem. Sie haben Augen, die nicht(s) sehen wollen und sie besitzen eine Sprache, die mit Standards auskommt. Nett, hübsch, lecker. Was sich in ihrem Inneren abspielt, dass verraten ein paar Falten auf der Stirn oder um den Mund herum und ein leises, kaum hörbares Seufzen: Ach, ich hätte Manches gern anders. 

Immer schon war ich auf der Suche nach den »Orchideen«-Menschen, jene, die anderes sind, meist etwas abseitsstehen, versponnen und in ihrer eigenen Welt versunken. Sie umgibt eine Aura des Schönen, des Außergewöhnlichen, in deren Dienst sie ihr Leben und Schaffen gestellt haben. Dr. Josef Kleinheinrich ist so eine Gestalt, groß und schmal, gebildet, Feingeist und Freigeist. Er ist Verleger aus Münster, ein Bücher-Mensch, der liebevoll mit der Hand über die Papiere streicht, der mit Künstlern, Literaten und Poeten zusammenarbeitet, um ihre Werke bibliophil herauszugeben. Das Museum Kolumba in Köln zeigte kürzlich eine Gesamtschau seines bisherigen Schaffens.

Für ihn und sein verlegerisches Œuvre sowie den Arbeiten auf Papier der Malerfreunde habe ich im Kapitänshaus die Räume neutralisiert, die Wände neu gestrichen. Es soll eine Zeitreise werden mit der Passion für ein altes Handwerk, den schön gestalteten Büchern.

 

VERNISSAGE.
JOSEF KLEINHEINRICH.
BUCH UND KUNST

Kampen auf Sylt, 25. September, 17.30/18 Uhr

Der Abend beginnt mit einem Gespräch über die bald 40 Jahre Verlagsgeschichte. Zwei Nobelpreisträger gehören zu seinem Programm. Er selbst erhielt zahlreiche Preise für seine Buchgestaltung, Mitglied der Nordrheinwestfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste und der Marcel Proust Gesellschaft. Das passt, hier ist auch jemand schöpferisch auf der Suche nach der verlorenen Zeit. 

Gezeigt werden in der Verkaufsausstellung ausgewählte Bücher, Sondereditionen, signierte Blätter und Arbeiten u.a. von Markus Lüpertz, Per Kirkeby, der Japanerin Kazuko Okano, Friederike Mayröcker, Bernd Koberling und dem Schweden Peter Frie. Ein Schwerpunkt bilden die skandinavischen Künstler und Literaten. 

Ich freue mich sehr auf dieses Ereignis und auf Sie und Euch. Gerne mit Voranmeldung für den 25. September, da wir nur begrenzt Plätze in der »guten Stube« haben (info@romaetoska.de). Die Schau wird bis Mitte Oktober im Kapitänshaus in Kampen zu sehen sein. Eine kleine Auswahl befindet sich ebenso im Felix Jud Cottage in Keitum.

Birgit Gräfin Tyszkiewicz