DIE IDEE DES SALONS
Wer bei dem Wort »Salon« an Maniküre, Pediküre und Hairstyling denkt, der mag durchaus richtig liegen, ich meine jedoch einen Ort, an dem man sich vergnügt und gleichzeitig etwas lernt (»aut delectare aut prodesse«). Die Idee führt ins Italien des 16. Jahrhunderts und wurde berühmt in Frankreich ab dem 17. Jahrhundert. Die adligen Frauen, von der Bildung ausgeschlossen, luden die klügsten Köpfe in ihre Salons, hörten ihnen zu und brachten den Herren umgekehrt gute Manieren im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht bei. Persönlichkeiten wie die Marquise de Rambouillet (1588 – 1665) blieben aus Langeweile dem Hof des Königs fern und gründeten ihre eigenen Zirkel, zu denen sie große Literaten, Theaterleute und Denker einluden wie Molière oder François de la Rochefoucauld, bei dessen Ururur…Enkelin Toska und ich vor zwei Jahren zur Hochzeit eingeladen waren.
Diese Art von Salons hat wieder Konjunktur, denn es braucht die kleinen Einheiten, den geschützten Raum, in dem man Gedanken austauschen kann über Kultur, Gesellschaft und Politik. Seit mehreren Jahren führe ich den DienstagSalon bei Roma e Toska in Hamburg (Poolstrasse 30) sowie Ähnliches im Kapitänshaus in Kampen. Dort sitzen wir eng beieinander mit einem Talkgast, der für etwas Besonderes steht, eine Leidenschaft für etwas besitzt und davon erzählt. Wohlgemerkt im Gespräch, nicht als Vortrag. Wir als Gäste fragen, ich moderiere und dann schweifen wir vor und zurück in ihrem Leben: die Schauspieler Philipp Hochmair, Peter Lohmeyer, Miriam Maertens, Literaten, Krisenmanager, Professor Bettina Borisch zu medizinischen Fragen »Sind Frauen klüger?«, die Kunsthistorikerin Dr. Karen Michels, zuletzt zum assoziativen Denken, Filmemacherinnen, Architektinnen, Künstlerinnen, Top Models, die Pastorin von St. Severin, ein Philosoph der Kosmologie und viele mehr. Dazwischen sind Roma und ich an der Reihe mit »Töchtern erklären Müttern die Welt«. Wir sprachen über Hannah Arendt und über Machiavalli. Ihr mögt es nicht glauben, aber wir bekamen »die Bude voll«, und das mitten im gefüllten Sylter Sommerkalender. Diese Woche ist es die Autorin Birgit Haustedt mit »Rilke in Italien«, am 25. September (wer dann noch auf der Insel ist) besucht uns der Verleger Josef Kleinheinrich in Kampen und stellt seine bibliophilen Bücher und Künstlerkooperationen vor.
Mode ist mein Mittel, mit Euch zu kommunizieren, und von da aus geht es in alle Richtungen. Wer Lust hat, kommt vorbei und meldet sich an, für eines der nächsten Salon-Events. Und schon seid Ihr in meinem »Reich der schönen Dinge«.


