Sonderausstellung »Emil Nolde. A private Collection«

Jerry Fischer und John Turner, die ihre Privatsammlung zur Verfügung stellten, mit Galerist Rainer Herold, Prof. h.c. Dr. Manfred Reuther und Alexander Römer (Leiter der Sölring Museen)

Ausstellungseröffnung im Sylt Museum 

Am Sonntag wurde im Sylt Museum die neue Sonderausstellung »Emil Nolde. A private Collection« eröffnet. Diese präsentiert eine sorgfältige Auswahl von rund 30 Werken aus einer Privatsammlung, die die Vielfalt und den künstlerischen Reichtum des Künstlers eindrucksvoll zur Geltung bringen. Zugleich machen sie die Leidenschaft und das Engagement der Sammler sichtbar, die sich dem Werk Noldes sehr verbunden fühlen. 

Emil Nolde (1867-1956) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Vertreter des Expressionismus und trat der Künstlergruppe »Die Brücke« (1905-13) für ein Jahr als aktives Mitglied bei. Besonders seine außergewöhnlichen Blumen- und Gartenbilder sowie seine Druckgrafiken (528 Arbeiten) sorgten nicht nur bei den Brücke-Malern für besondere Aufmerksamkeit. Darunter befinden sich Radierungen, Holzschnitte und Lithografien. Aus der Reihe rund um den Hamburger Hafen verzeichnet auch die ausgestellte Privatsammlung einige Radierungen. Eindrucksvoll kratzte er dabei das moderne Zeitalter und die Hafenszenerie in die Metallplatte.  

Besonders der Holzschnitt war für ihn eine bevorzugte Technik, die es ihm ermöglichte, seine charakteristische Farb- und Formensprache in einem neuen Medium zu entfalten. Er schnitt die Motive direkt in das Holz, was ihm eine unmittelbare Verbindung zu seinem Werk gab. 

Nolde war ein Künstler, der die Grenzen der traditionellen Malerei sprengte und sich von den Konventionen seiner Zeit abwandte. Seine Werke sind geprägt von einer tiefen Verbundenheit mit der Natur und einer intensiven Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz. In seinem Gesamtwerk spielt dabei auch die norddeutsche Landschaft eine entscheidende Rolle. Die raue Schönheit Nordfrieslands faszinierte ihn besonders. Der dramatische Himmel, die wechselnden Lichtverhältnisse und die unberührte Natur der Küste inspirierten ihn zu zahlreichen Landschaftsgemälden und Aquarellen. Die Weite des Meeres und die charakteristischen Dünenlandschaften boten ihm dabei eine Quelle der Kreativität, die sich in seinem Œuvre widerspiegelt. Während Nolde 1930 sein Atelierhaus in Seebüll umbauen ließ, entfloh er der Unruhe und bezog auf Sylt im Haus Kliffende bei Clara Tiedemann über die Sommermonate ein Zimmer. Die Zeit nutzte er intensiv zum Malen. Auch seine »Südseereise« findet sich in der Sammlung wieder. Im Oktober 1913 begab er sich mit seiner Frau Ada auf die Reise und verarbeitete diese Eindrücke in zahlreichen Blättern.  

Seine Werke sind oft von einer tiefen Spiritualität durchdrungen, die sich in der Darstellung von religiösen Motiven und mythologischen Themen zeigt. Diese Aspekte seiner Kunst werden in der Ausstellung ebenfalls beleuchtet. In seinen Porträts fängt er die Seele seiner Modelle ein, oft mit einer Intensität, die den Betrachter in den Bann zieht. Die Stillleben, die ebenfalls Teil dieser Ausstellung sind, zeigen seine Liebe zur Natur und seine Fähigkeit, alltägliche Objekte in lebendige Kompositionen zu verwandeln. 

Die Ausstellung, die bis zum 5. Oktober zu sehen ist, wurde in Kooperation mit der Galerie Herold Hamburg/Kampen realisiert.