Muschelsaisonstart

Naturschutzminister Tobias Goldschmidt, Fischereiminister Werner Schwarz und Vorstandsvorsitzender der Erzeugerorganisation Schleswig-Holsteinischer Muschelfischer Heinz Maurus (Foto: SYLTPRESS)

Weichenstellung für die Zukunft
der Miesmuschelwirtschaft

Die diesjährige Muschelsaison im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer startete mit der feierlichen Unterzeichnung einer erneuerten Eckpunktevereinbarung zwischen Muschelfischerei, Fischereiverwaltung und Naturschutz, die auch von Naturschutzminister Tobias Goldschmidt und Fischereiminister Werner Schwarz unterzeichnet wurde. Diese führt die Miesmuschelwirtschaft nachhaltig in die Zukunft und verbessert zugleich den Schutz des Nationalparks. Beide folgten der Einladung der Erzeugerorganisation Schleswig-Holsteinischer Muschelfischer durch den Vorstandsvorsitzenden Heinz Maurus. 

Feierlicher Auftakt mit neuer Eckpunktevereinbarung

Hörnum. Vergangenen Donnerstag wurde in Hörnum die Saison der schleswig-holsteinischen Muschelzüchter feierlich eröffnet. Zu der traditionellen Festveranstaltung hatten sich Gäste aus Politik, Verwaltung, Naturschutz und Wirtschaft versammelt, um sich vor Ort einen umfassenden Eindruck von der Arbeit und den aktuellen Entwicklungen in der Muschelwirtschaft zu verschaffen.

Im Mittelpunkt der Eröffnung der Muschelsaison stand die erzielte Einigung zur Zukunft der Muschelfischerei, die eine ausgewogene Balance zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Nutzung schafft. »Diese neue Muscheleinigung schützt die wertvollen Riffe und gibt den Muschelfischern gleichzeitig mehr Raum für ihre Kulturflächen – das ist eine Win-Win-Situation. Die Muschelfischerei bekommt Planungssicherheit für die Zukunft und der Nationalpark Wattenmeer wird besser geschützt«, sagte Umweltminister Tobias Goldschmidt. Fischereiminister Werner Schwarz betonte die Bedeutung der Muschelfischerei als festen Bestandteil der maritimen Wirtschaft in SH und würdigte den konstruktiven Dialog, der zur Einigung geführt habe. Er verwies zudem darauf, dass die Vereinbarung der erste Schritt sei und nun weitere Verhandlungen zur Verlängerung des öffentlich-rechtlichen Vertrags sowie zur Fortschreibung des Muschelfischereiprogramms anstünden.

Die Eckpunktevereinbarung für den Naturschutz verkleinert das für die Muschelwirtschaft nutzbare Gebiet im Nationalpark auf drei Wattstromeinzugsgebiete, das Gebiet »Eidermündung« entfällt. Die bodenberührende Besatzmuschelfischerei auf wilde Jungmuscheln wird eingestellt, der Besatz erfolgt künftig ausschließlich aus Saatmuschelgewinnungsanlagen. Für die Miesmuschelwirtschaft steigt die zulässige Fläche der Muschelkulturbezirke von 1700 auf 1820 Hektar mit deutlich mehr Flexibilität bei der Verlagerung. Die Genehmigungen gelten nun bis zum 31. Dezember 2043 und bieten damit langfristige Planungssicherheit.

Heinz Maurus, Vorstandsvorsitzender der Erzeugerorganisation Schleswig-Holsteinischer Muschelfischer, bewertet die Vereinbarung als zukunftsweisend: Sie schaffe einen nachhaltigen Rahmen, der den Schutz der einzigartigen Natur mit wirtschaftlichen Perspektiven für die Betriebe in Einklang bringe. Besonders die langfristige Planungssicherheit wird von den Mitgliedern als großer Erfolg gewertet.