Ausstellungen in der Galerie Herold

»Himmel & Erde« und Werke
zweier Linkshänder

Mit Friedrich Kallmorgen (1856–1924) fing alles an! Mit ihm hatte die Galerie Herold ihre erste überregional beachtete Ausstellung drei Jahre nach der Gründung 1978. Auch die erste Publikation der Galerie widmete sie Friedrich Kallmorgen – Leben und Werk (Christians-Verlag, Hamburg 1981). Hiermit hat der Künstler seine erste verdiente Würdigung seit seinem Tod 1924 erfahren. In Altona geboren und in Düsseldorf und Karlsruhe an den Kunstakademien geschult, wurde er rasch ein Beobachter des Hamburger Hafens mit seinen Werften und Arbeitern, bevor er dann nach Berlin berufen wurde, um die Leitung der Landschaftsklasse an der dortigen Akademie zu übernehmen. Kallmorgens Malerei kommt aus dem Realismus des 19. Jahrhunderts und entwickelte sich nach 1900 hin zum Impressionismus und hin zur stimmungsvollen Freilichtmalerei. Seine Werke finden sich seit jeher in zahlreichen in- und ausländischen Museen. Insbesondere Kaiser Wilhelm war ein großer Freund seiner Kunst und sammelte zahlreiche Werke. In der Ausstellung »Himmel & Erde« zeigt die Galerie Herold im Haus »Meeresruh« vom 19. Mai bis zum 14. Juli seine und auch unter anderem Werke von Thomas Herbst, Emil Nolde, Ernst Eitner, Friedrich Schaper,  Hans Peter Feddersen, Franz Nölken, Otto Illies, Arthur Illies, Georg Burmester, Paul Kayser und Erich Heckel.

Hermann Grüneberg, »Lohengrin II«, 2023, Keramik, 29 x 23 cm

Des Weiteren wird vom 19. Mai bis zum 14. Juli die Doppelausstellung »Wir brauchen mehr Linkshänder« präsentiert. Gezeigt werden Arbeiten des jungen Bildhauers Hermann Grüneberg (*1983) aus Weimar. Sie setzen sich mit existenziellen Themen wie Leben, Tod, Gewalt und Hoffnung auseinander, wobei sie in einem Kontrast zu einer naiven verspielten Formalität stehen. Zum anderen ist Heini Linkshänder (1938–2012), der 1960 bei einem Arbeitsunfall seinen rechten Arm verlor, zu sehen. Er überwand den Schicksalsschlag und entschied sich Künstler zu werden und hinterließ ein vielfältiges Œuvre. Dieses erstreckt sich von Holzskulpturen über Aktionskunst und Objektkästen bis hin zu Ölmalerei, Collagen, Zeichnungen und Druckgrafiken.