Mercedes-Benz Windsurf World Cup Sylt

Philip Köster siegt auf Sylt und
wird Vize-Weltmeister im Waveriding

Zehn Tage lang zeigten die weltbesten Waverider, Freestyler und Slalomfahrer spektakulären Sport auf der Nordsee und lockten 150.000 Besucher an den Brandenburger Strand. Philip Köster dominierte das Wellenreiten und gewann die Königsdisziplin beim größten Windsurf-Event der Welt zum zweiten Mal nach 2012. Der fünfmalige Champion hatte die Hinrunde im Waveriding nach einer fantastischen Leistung überlegen für sich entschieden. Die Rückrunde wurde nach wenigen Läufen abgebrochen und konnte aufgrund der ungünstigen Wetterbedingungen nicht beendet werden. Mit seinem zweiten Triumph auf Sylt sicherte er sich den Vize-Weltmeistertitel. »Es ist ein tolles Gefühl, meinen Heim World Cup vor meiner Familie und den deutschen Fans zum zweiten Mal gewonnen zu haben. Im nächsten Jahr greife ich wieder voll an und will meinen sechsten WM-Titel holen«, versprach er. 

Große Freude bei den weltbesten Waveridern, Freestylern und Slalomfahrern während der Siegerehrung (Foto: HOCHZWEI/Joern Pollex)

Neuer World Champion wurde Marcilio Browne (BRA-105), dem ein dritter Platz in Westerland für seinen zweiten WM-Titel im Waveriding reichte. »Ich habe vor dem Wettkampf an nichts gedacht, bin einfach nur gesurft. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als ich am Strand nach dem Erreichen des Halbfinales erfuhr, dass ich es geschafft habe«, verriet der Brasilianer. Zwei andere deutsche Waverider boten ebenfalls eine starke Vorstellung und schafften den Sprung unter die Top-Ten. Leon Jamaer belegte Platz fünf, Klaas Voget beendete seine Laufbahn mit einem neunten Rang in Westerland.

Lina Erpenstein bewies einmal mehr ihre Extraklasse und belegte im Wellenreiten der Frauen Platz drei. Damit beendete sie auch die PWA World Tour als Dritte und erzielte damit die beste Platzierung ihrer Karriere auf der Weltserie. »Ich bin super happy, die Bedingungen in der Hinrunde waren episch. Leider konnte die Rückrunde nicht gestartet werden. Dann hätte ich noch mal im Kampf um den WM-Titel eingreifen können«, erklärte die Medizinstudentin. Ihre Freundin Steffi Wahl zeigte am Brandenburger Strand wie schon in den vergangenen Jahren eine starke Leistung und wurde Vierte. Siegerin der Damenkonkurrenz wurde Sarah-Quita Offringa aus Aruba, die damit ihren 20. Weltmeistertitel feierte. »Es ist etwas Besonderes, bei diesen schwierigen Bedingungen auf Sylt zu surfen. Es ist aber etwas ganz Besonderes, hier zu gewinnen«, sagte die strahlende Siegerin.

Im Slalom der Herren beendete Sebastian Kördel die Wettkämpfe auf Platz acht. Der deutsche Olympia-Kandidat aus Hamburg konnte eine der zehn Wettfahrten gewinnen und erreichte sieben Mal das Finale. »Es waren extrem schwierige Bedingungen auf der Nordsee, ein Fehler konnte schon das Aus im Vorlauf bedeuten. Deshalb bin ich mit meiner Leistung zufrieden, denn auf Sylt tritt nur die absolute Weltspitze an«, so der 31-Jährige. Die beiden anderen deutschen Teilnehmer, Nicolas Prien und Malte Reuscher, belegten die Plätze 18 und 20. Sieger der Slalomkonkurrenz wurde Amado Vrieswijk mit nur einem Punkt Vorsprung. »Es waren harte Wettkämpfe, die Nordsee hat mir alles abverlangt. Aber der Sieg beim größten Windsurf-Event der Welt entschädigt für alles«, sagte der Mann von Bonaire, der zum ersten Mal auf Sylt gewann.

Noch knapper war die Entscheidung bei den Freestyle-Wettbewerben. Adrien Bosson sicherte sich im Finale mit einem letzten Move wenige Sekunden vor Schluss den Sieg und verwies den Italiener Jacopo Testa auf Rang zwei. Nur 0,1 Punkten betrug der Vorsprung des Franzosen, der sich nach zwei Vize-Weltmeisterschaften mit seinem ersten Erfolg beim Mercedes-Benz Windsurf World Cup Sylt auch den Traum vom WM-Titel erfüllen konnte. »Ich habe nicht mehr mit dem Sieg gerechnet. Jacopo war unglaublich stark. Es ist Wahnsinn, dass ich hier mit einem solch knappen Vorsprung gewinnen konnte«, freute sich Bosson.