Emil Nolde und Vertreter seiner Epoche

Ivo Hauptmann, »Der gelbe Hut«, 1929, Öl auf Leinwand

Ausstellung in der Galerie Herold 

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie Herold zeigt beeindruckende Arbeiten von Emil Nolde, seinen Weggefährten aus der Zeit der »Brücke« und weiteren Vertretern seiner Epoche. Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Eduard Bargheer, Emil Maetzel, Dorothea Maetzel-Johannsen, Friedrich Schaper, Franz Nölken: Die Künstlerliste von Galerist Rainer Herold präsentiert große Namen des Impressionismus und Expressionismus. 

Die Gründung der Künstlergruppe »Brücke« 1905 gilt als eines der wichtigsten Ereignisse in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt der Werke stand nicht mehr die naturgetreue Abbildung des Gesehenen, sondern die Wiedergabe des subjektiv Empfundenen. So sind kontrastreiche, intensive Farben, Verzicht auf Details und kantige Formen wesentliche Merkmale. Daneben sollte man beim Rundgang durch die Ausstellung im Haus »Meeresruh« besondere Beachtung einem Vertreter der Epoche Noldes schenken: Ivo Hauptmann. 

Schon früh begeisterte sich Hauptmann für den Norden, seit Kindertagen war er besonders fasziniert von dem Farbenspiel des Wassers und malte mit Vorliebe an der Nordsee. Auch die Liebe zu Sylt spiegelt sich in seinen Werken wieder. Er gehört zu den erfolgreichsten Künstlern des Expressionismus, studierte in Paris, Weimar und Berlin. Der älteste von drei Söhnen des Schriftstellers Gerhart Hauptmann wandte sich früh der Kunst zu und verfolgte konsequent sein Ziel. Er nutzte unterschiedlichste Maltechniken und Stilrichtungen. Mal ist es der Expressionismus, dann wieder arbeitet er pointillistisch. In seinen Bildwerken tritt ein freier Umgang mit Farbe und Form in häufiger Verwendung ungemischter Farben hervor. Weitere Charakteristiken sind eine Motivreduzierung auf markante Formelemente der Bildobjekte und eine Auflösung der traditionellen Perspektive.