Galerie Herold

Einzigartige Ausstellungen:
Johannes Geccelli trifft auf
Ivo Hauptmann

Saisonstart in der Sylter Kunstszene: Grund genug für die Galerie Herold ab 6. Juni gleich zwei neue Ausstellungen im Braderuper Weg 4 in Kampen zu eröffnen. Im Haus »Meeresruh« zeigt Galerist Rainer Herold unter dem Titel »Ivo Hauptmann und die Hamburgische Sezession« Werke dieses Künstlers und von seinen Künstlerkollegen aus der 1919 gegründeten Sezession. Nebenan in der Galerie Herold Contemporary tauchen die Besucher in die Welt der zeitgenössischen Kunst ein: Patrick Herold freut sich, die außerordentlichen Werke von Johannes Geccelli in der Einzelausstellung »Entsteht« zu präsentieren. 

Johannes Geccelli, »Großes Blau«, 1999, Öl auf Leinwand

Die Gemälde des deutschen Malers Geccelli beruhen auf Farbe, oder viel mehr entstehen aus ihr – ferner fand er in der Farbe seine künstlerische Sprache und seinen Ausdruck. Er stand den bedeutenden amerikanischen Malern Mark Rothko und Barnett Newman sowie den deutschen Rupprecht Geiger und Gotthard Graubner nah. 1925 in Königsberg geboren, wusste er schon früh, dass er eine Laufbahn als Künstler einschlagen wollte. Diese blieb ihm jedoch anfangs verwehrt, da er seine Zulassung zum Studium an der Kunstakademie nicht wahrnehmen konnte und stattdessen zum Militärdienst einberufen wurde. Als Soldat im Zweiten Weltkrieg kam er in Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde. Danach folgte ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Heinrich Kamps und Bruno Goller. Im Anschluss war er mehrere Jahre als Kunsterzieher sowie Hochschullehrer tätig und unternahm Studienreisen nach England sowie Frankreich. In den 50er Jahren setzte er sich intensiv mit der Künstlergruppe ZERO auseinander, der seine früheren Studienkollegen Heinz Mack und Otto Piene angehörten. Der Schwerpunkt im Schaffen Geccellis lag eindeutig auf der Farbe, dennoch nahm die menschliche Figur eine wichtige, angedeutete Stellung in seinem Œuvre ein. Die figurative Darstellung war nie präsent, sondern nur eine andere farbliche Nuance oder eine Schattierung. 

Während Ivo Hauptmanns Zeit in Paris entsteht eine tiefe Freundschaft mit Paul Signac. Von diesem inspiriert, wendet er sich dem Neo-Impressionismus zu. Zu Beginn der 20er Jahre orientiert er sich in malerischer Hinsicht neu und entwickelt sich zu einem namenhaften Vertreter des norddeutschen Expressionismus. 1928 trat er der Hamburgischen Sezession bei, die als Vereinigung von Kunstschaffenden aus Malerei, Bildhauerei, Architektur und Literatur gegründet wurde. Ziel war es, das Umfeld für die Künste Hamburgs zu verbessern und eine Kunstszene zu etablieren. Stilistisch orientierten sie sich zunächst am Expressionismus und an der Neuen Sachlichkeit, bevor sich Ende der 20er Jahre ein eigener Sezessionsstil entwickelte. Zu den wichtigsten Vertretern gehörten unter anderem Anita Rée, Eduard Bargheer, Erich Hartmann, Karl Kluth, Dorothea Maetzel-Johannsen und Ivo Hauptmann.

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