Vom Kosmos und der Erde

Roma e Toska und ich als Designerin, wir bewegen uns in diesem Jahr zwischen zwei Giganten der Geschichte: Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543) und Alexander von Humboldt (1769 – 1859). Der eine zerlegte den Kosmos, um ihn wieder neu und richtig zusammen zu setzen. Die Sonne drehte sich nicht mehr um die Erde, sondern die Plätze wurden vertauscht, die Sonne angehalten und die Erde in Bewegung gesetzt. Wie mutig zu einer Zeit, Anfang des 16. Jahrhunderts, als die Kirche noch von der Scheibe unter einer Glaskuppel mit angeklebten Sternen sprach. Dem großen Denker und Universal-Gelehrten habe ich eine ganze Kollektion gewidmet, die zu Weihnachten in unserem Geschäft in Kampen zu sehen sein wird.
Und der andere: Alexander von Humboldt, der feiert in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag, und hat uns beigebracht, die Erde neu zu denken, in dem er sie als Weltreisender vermessen hat und als Erster die Natur global als großes Netz von Zusammenhängen verstand.
Wir haben ihn so verinnerlicht, dass wir uns kaum mehr an ihn erinnern. Wie schade und falsch, denn er erkannte früh, dass unsere Welt bedroht ist, dass das Ökosystem, was er beschrieb, fragil ist, und jeder menschliche Eingriff gefährlich sein kann. Seine Prognosen für die Zukunft waren düster und so ist es eingetroffen.

Wenn ich dem einen meine Kollektion widme, so widme ich dem anderen meinen Salon, die MILCHSTRASSE 11 in Hamburg-Pöseldorf. Hier finden regelmäßig Vorträge und Kaminrunden zum Thema Natur und Kultur statt, so wie es Humboldt miteinander verknüpfte, um die Schönheit zu entdecken und den Blick zu schärfen, für die Wunder unserer Welt. Wir müssen Natur wieder fühlen, auf Sylt ist das leicht, wenn wir am Strand entlang gehen und uns der Wind um die Ohren bläst, wenn die Dünen so ursprünglich erscheinen, wie zu Kopernikus oder Humboldts Zeiten. Das zu wertschätzen und zu bewahren, sollten wir uns wieder nach Hause nehmen.

Am Donnerstag, den 12. Dezember, 19 Uhr habe ich den Abenteurer Christian Rommel eingeladen, über seine Expeditionen nach West-Papua zu berichten, in den entlegensten Dschungel und zu einem indigenen Volk, das bis vor kurzem noch unter steinzeitartigen Verhältnissen lebte. SYLT life LeserInnnen sind hierzu herzlich eingeladen, genauso wie zu dem nachfolgenden Vortrag von Roma (25), die in Toulouse Philosophie studiert, und innerhalb unserer Reihe »Töchter erklären Müttern die Welt« über Epikur und das Glücklichsein erzählt: Freitag, den 13. Dezember, 18 Uhr. (Milchstraße 11, Hamburg)
So viel sei vorweggenommen, jede Reise nach außen ist auch eine Reise nach innen und verändert. Epikur forderte, niemals mit dem Denken und Philosophieren aufzuhören. Wir sind dafür weder zu alt noch zu jung. Genauso sollten wir uns der Emotionalität der Jungen anschließen, auch dafür ist es niemals zu früh oder zu spät. Die Schüler sind in 2019 unsere Impulsgeber geworden und Humboldt feiert seinen 250. Geburtstag.

Eine schöne Adventszeit.

Birgit Gräfin Tyszkiewicz